Ep. 38 – Gespräch mit Thomas Pearce

Shownotes

Wie kann Technologie zum Werkzeug des Denkens werden und was bedeutet es, im digitalen Zeitalter handwerklich zu lehren? In dieser Episode spricht Simon Frisch mit Thomas Pearce, Juniorprofessor für Emerging Technologies and Design, über Neugierde als Gegengift zur Angst, über Lehre zwischen Hand und Code und über das Entwerfen als Dialog zwischen Material, Maschine und Mensch. Pearce erzählt von seiner Laufbahn vom Historiker zum Designer, von seiner Ausbildung an der Bartlett School of Architecture in London und davon, wie sich dort der Bleistift mit dem Roboterarm verband. In Weimar forscht und lehrt er an der Schnittstelle von analogem Handwerk und digitalen Werkzeugen und lässt Studierende buchstäblich in den Wald gehen: mit AR-Brillen, um aus gefällten Baumkronen Möbel zu gestalten. Es geht um das Lernen im Tun, um das Scheitern als Teil des Prozesses, um Werkzeuge, die nicht einschüchtern, sondern Neugierde entfachen. Und um Lehre als Rahmen, der Freiräume schafft: „Wir tanzen in Ketten“, zitiert Pearce und meint damit die Kunst, in engen Rahmenbedingungen kreativ zu werden. Eine Episode über Material, Technologie und das Vertrauen darauf, dass Denken auch Handarbeit ist.

Unser Host: Dr. Simon Frisch ist Vizepräsident für Lehre und Lernen an der Bauhaus-Universität Weimar und er leitet die Dozentur für Film- und Medienwissenschaft. Er interessiert sich besonders für die spezifische Praxis der Theorie und für die ostasiatischen Wegkünste sowie die Spaziergangswissenschaft als Perspektive und Methode in Lehre und Forschung.

Mitwirkende: Host: Simon Frisch Sound-Design und Schnitt: Jonas Rieger, Moritz Wehrmann Musik: Sebastian Lederle Artwork: Andreas Wolter Ton und Technik: Steven Mehlhorn, Moritz Wehrmann Marketing und Social Media: Claudia Weinreich, Marit Haferkamp Juristische Beratung: Laura Kister Transkript: Natalie Röhniß Produzentin: Nicole Baron Distribution: Ulfried Hermann, Jonas Rieger

Folgenwebsite: www.uni-weimar.de/lehre-podcast

Weiterführende Links: www.uni-weimar.de/emtad http://www.thomaspearce.xyz www.instagram.com/bauhausemtad www.instagram.com/pearcethomas

Transkript anzeigen

Thomas_Pearce

Simon Frisch

Das Mikrofon geht auf zwei Stimmen treten auf. Die Stimme, die Sie jetzt hören, die ihr jetzt hört, gehört dem Vizepräsidenten für Lehre und Lernen und dem Dozenten für Film und Medienwissenschaft. Auf diese beiden Rollen will ich das fokussieren, weil in diesen Rollen stehe ich hier und diese Rollen bringen eben Interesse mit. Deswegen ist es wichtig, die Rollen zu betonen. In anderen Rollen haben wir andere Interessen. Hier am Mikrofon interessiere ich mich für Lehre und Lernen und insbesondere dafür, dass wir das, was wir sowieso schon machen, dass wir dafür Worte finden.

Heute habe ich Thomas Pearce als Gast. Als wer bist du denn zu uns gekommen?

Thomas Pearce

Hallo lieber Simon, erstmal vielen, vielen Dank für die Einladung. Ich finde es eine tolle Initiative. Ich habe jetzt als Vorbereitung auch mal ein paar andere von den Podcasts gehört und habe halt gemerkt, was für tolle Kollegen und Kolleginnen ich hier habe und was für eine tolle Institution das ist. Aber auch dieses eben, was du vorhin schon meintest, aktiv darüber nachzudenken, Worte zu finden für die Lehre, die oft so selbstverständlich erscheint, aber die es wirklich verdient, aktiv diskutiert zu werden. Nicht nur unter Kollegen, sondern auch vor Studierenden, die nicht mit einer schwarzen Magie konfrontiert werden sollten, sondern halt eben auch irgendwie Begriffe an die Hand bekommen.

Warum mache ich das so? Und das ist eine Sache, die mich selbst sehr beschäftigt und deswegen kam deine Einladung sehr gelegen und freue mich hier zu sein. Als wer bin ich hier?

Simon Frisch

Ausgezeichnet. Genau.

Thomas Pearce

Um deine Frage zu beantworten. Ich bin natürlich, wie du schon auch immer anmoderierst, vieles. Ich bin Vater zweier toller Kinder, Ich bin Partner einer super schlauen und inspirierenden und mehr als ich talentierte Partnerin. Ich bin Kanadier, Belgier, aber ich bin vor allem jetzt hier als Professor bzw. Juniorprofessor, Tenure Track, Junior Professor für Emerging Technologies und Design, eine Denomination, die eben vor drei Jahren neu geschaffen wurde, als ich angefangen habe. Und um noch mal weiter rein zu zoomen, denke ich mal, als Professor hat man ja sehr viele Rollen und sehr viele Hüte auf. Und das ist, glaube ich, nochmal eine Sache.

Also wir haben ja unterschiedliche Leistungsdimensionen, die Forschung, der Transfer, die Lehre und dann das natürlich Leidliche, die Selbstverwaltung, die eben anstrengend, aber sehr wichtig ist. Und das ist nur mal wichtig zu betonen, weil es oft Studierenden nicht zu Gesicht bekommen. Aber es passiert sehr, sehr viel im Hintergrund. Darüber wollen wir jetzt aber heute nicht sprechen. Also heute bin ich hier als Lehrer, so als Dozent ganz klar. Und ich sehe mich als Lehrer hauptsächlich als eine Person, die versucht, Neugierde zu wecken bei den Studien. Neugierde wecken, Neugierde und am Leben zu halten.

Die Begeisterung, Enthusiasmus irgendwie am Leben zu halten in einer Zeit, wo ich das Gefühl habe, sehr viele, und das merkt man bei Studierenden, aber generell gesellschaftlich, wo Angst eine sehr, sehr große Rolle spielt und wo ich die Neugierde als eine wahnsinnig tolle quasi Gegengift irgendwie formulieren möchte und das eben anzufeuern. Wenn ein Studi bei mir aus einer Konsultation rausgeht und die Augen leuchten und die denken, ach, jetzt weiß ich, was ich die nächste Woche machen möchte und hat Lust darauf, dann sehe ich meine Aufgabe als erfüllt. Genau. Und das ist, glaube ich, lange Rede, kurzer Sinn. Das ist meine Rolle, würde ich sagen heute.

Simon Frisch

Ich glaube, so lang muss die Rede aber da auch sein. Ich glaube gar nicht, dass der Sinn viel kürzer auszuformulieren ist, denn in der Tat, also Neugierde wecken ist schon eine Voreinstellung. Das ist ja was anderes als mit Informationen füttern, Wissen vermitteln, Antworten geben, gerade auf den Begriff oder das Konzept der Antwort. Neugierde wecken heißt ja Fragen anregen. Absolut, würde ich jetzt mal. Also darf ich jetzt mal so sagen. Und das finde ich ziemlich schön, weil Fragen setzen einen in Bewegung auf die Welt zu.

Also wenn ich Fragen habe, dann suche ich Antworten. Wenn ich Antworten gebe, dann kann ich eigentlich heimgehen. Und das ist schon mal eine Grundeinstellung in der Lehre. Wie sehe ich mich oder was? Und jetzt hast du von Anzünden auch gesprochen. Wir haben in einigen der Gespräche, ich hatte es am Anfang besonders oft aufgerufen, diese Metaphern für die leere Fackeln anzünden, Gefäße befüllen oder eben Quellen zum Sprudeln bringen, also drei Bilder. Wahrscheinlich gibt es da auch noch mehrere.

In verschiedenen Podcasts haben wir die auch unterschiedlich diskutiert. Ich wollte jetzt aber trotzdem das philosophisch theoretische die Flughöhen abbrechen wieder.

Thomas Pearce

Obwohl sie sehr, sehr spannend ist.

Simon Frisch

Können wir vielleicht auch noch mal drauf zurückkommen. Aber vielleicht noch mal konkret: in welchen Fächern unterrichtest du, in welchen Studiengängen?

Thomas Pearce

Ja, sehr ,sehr wichtig nochmal. Also ich bin die Professur oder Juniorprofessur Emerging Technologies und Design ist verankert im Studiengang Produktdesign an der Fakultät Kunst und Gestaltung. Ich unterrichte aber auch zum Beispiel in dem neu geschaffenen Studiengang Digital Technologies in Architecture und Design. Ich habe auch viel interdisziplinär, interfakultativ gelehrt bisher in den letzten drei Jahren, habe auch PhD Studierenden, Doktoranden, die beispielsweise eher aus dem Bereich Architektur kommen, sowohl das als jetzt Design. Also ich bin quasi zwar verankert im Produktdesign und sehe das als meine Hauptaufgabe und gleichzeitig glaube ich, geht es auch darum, disziplinäre Grenzen quasi um interdisziplinär oder nondisziplinär oder postdisziplinär zu arbeiten, muss man natürlich erstmal eine Disziplin haben. Das ist ja klar.

Simon Frisch

Interessant.

Thomas Pearce

Also man braucht ja einen Ausgangspunkt, also die Reflexion auf das eigene, also das eigene Beschäftigungsfeld braucht es. Es braucht eine gute Verankerung, um eben da herauszukommen, um zwischen Begriffen und Fächern zu unterrichten. Aber ich würde mich schon selbst definitiv als quasi inter- oder postdisziplinärer Mensch sehen und das hat auch sehr viel, glaube ich, mit meiner Biografie, mit meinem Werdegang und eben mit meiner Ausbildung, Promotion und so weiter zu tun. Du meintest, es sollte heute nicht so biografisch werden, deswegen.

Simon Frisch

Ah doch, das darf alles werden. Ja, ja, das darf alles werden.

Thomas Pearce

Genau. Ich bin ja eigentlich, ja genau. Also ich habe ja erstmal einen Bachelor und einen Master in Geschichte gemacht. Das war ganz, also das scheint jetzt sehr fern, ehrlich gesagt. Aber da kam ich aus dem Gymnasium sofort, hatte eine tolle Lehrerin da in Geschichte und dachte, ja, Role Model, sowas möchte ich auch werden. Mit der hatte ich einfach tolle Gespräche, habe sie bisher mit ihr auch tatsächlich, ach wie schön, also bis jetzt und dachte, das wär's doch. Und dann habe ich den Bachelor, den Master gemacht und irgendwie hab ich dann angefangen über Architektur, Design zu schreiben.

Das heißt, es gab einen inhaltlichen Anreiz, Disziplin zu wechseln, aber ich glaube auch wirklich so einen inneren Antrieb quasi, dass ich glaube, dass ich viel zu viel rumgesponnen habe und viel zu viel Narrative mir ausgedacht habe, um eigentlich ein guter Historiker zu sein. Bin dann auch wirklich eher so in der Ideengeschichte gelandet und und hab immer sehr steile Thesen aufgestellt und hatte sehr großen Spaß daran, also ich war halt auch im Archiv und so weiter, halbes Jahr im Archiv für die Masterarbeit und sehr detailliert gearbeitet und irgendwelche Handschriften transkribiert und so, aber am Ende war doch irgendwie dieses Geschichtenerzählen und dieses Herumspinnen und Weiterdenken und Weiterschreiben und Umschreiben mir so wichtig, dass ich halt mich da so ein bisschen gefangen gefühlt habe. Dann habe ich noch mal, weil ich eben über Architektur geschrieben habe, ich noch mal ganz Vom Anfang, mit 23 noch mal ganz vom Anfang, bin nach Berlin gezogen, habe da an der TU Berlin nochmal ein Architekturstudium angehängt vom Anfang und habe das eben gemacht und bin dann für den Master nach London gegangen, was halt ein sehr, sehr wichtiger Schritt war, eben aus dem Grund, da war ich an University College London, also an der Bartlett und da wird halt diese Interdisziplinarität oder Postdisziplinarität, glaube ich, ziemlich groß geschrieben. Heißt es wird quasi nicht daran gemessen, inwieweit die Forschung, die man macht, zu einem validen Gebäude führen kann oder muss, sondern die Denke als designende Person, als Architekt, Architektin ist auch übertragbar auf ganz viele andere Felder und das fand ich sehr, sehr attraktiv an der Bartlett und deswegen habe ich dann den Master gemacht, habe da dann auch angefangen zu unterrichten, habe da promoviert, Das war ein wahnsinnig irgendwie tolles Umfeld und Bartlett University, genau, Bartlett School of Architecture heißt es genau an der University College London. Und genau da gab es halt auch, und das ist vielleicht noch mal wichtig zu betonen, was es da gab, war die Selbstverständlichkeit und das hat damals mein Mentor, Professor Bob Scheel, auch eingeführt, die Selbstverständlichkeit des technologischen Zugangs und so kommen wir jetzt mal auf Technologien endlich zu sprechen. Also man konnte quasi vom Unterrichtsraum in den Keller, so alles im Keller von diesem schon relativ kleinen und sehr engen Gebäude, so ist es halt in London, da ist alles eng, da muss man wie im Raumschiff leben und unterrichten und meine Profs haben sich Büros von acht Quadratmetern zu zweit. Geteilt und mussten sich mit Kalender einteilen, wann sie Besprechungen haben.

So war das, aber.

Simon Frisch

So ist ja auch das Parlament und so weiter, alles. Sitzt ganz eng beieinander, genauso ist es.

Thomas Pearce

Und man konnte aber einfach in den Keller zwei Geschosse runter und da standen, da stand der Wasserstrahlschneider da standen Industrieroboter, da stand ein Laser Cutter, da stand also was auch immer man will, so da standen die neuesten 3D-Drucker. Der Übergang war sehr fließend zwischen dem Bleistift und die Maschine zwischen dem Prototypen und eben zwischen quasi handwerkliche und digitale Fertigung und so weiter. Genau und daher genau diese Selbstverständlichkeit habe ich mitgenommen und die habe ich wahnsinnig geschätzt und die hatte ich auch total vermisst in deutschen Hochschulen. Also an der TU Berlin, wo ich studiert hatte, da gab es, da hat man so Modelle gebaut, da hat man Pappmodelle gebaut und an der Bartlett war das. Und deswegen auch die Anbindung jetzt am Produkt Design, wo es eher im Objektmaßtab geht, wo unsere Studis tatsächlich alles bauen, um es beweisen zu müssen. Also Alles wird in 1 zu 1 gebaut, man testet Sachen, es gibt keine Behauptungen, man macht es in echt, alles gibt es nur.

Und deswegen ist der Anschluss an diese Denke, die ja auch aus dem Bauhaus kommt und die jetzt noch immer im Design in der Fakultät Kunst und Gestaltung gelebt wird, wo die Studis, die stehen um 7 Uhr morgens auf der Matte an der Werkstatt und wollen an die Maschinen, wollen irgendwie ihre Sachen bauen, ausprobieren. Da gibt es halt so einen Antrieb und deswegen fühle ich mich wie ein Fisch im Wasser hier, weil das genau die Erweiterung dessen ist. Und das heißt, das Handwerk sozusagen ist insoweit, obwohl ich dann aus einer anderen Disziplin eigentlich komme, ist sozusagen die Denke sehr sehr ähnlich und eine Erweiterung meiner quasi Fähigkeiten und Interessen.

Simon Frisch

Also das ist total spannend. Das ist natürlich am Anfang biografisch, aber es ist ja eigentlich eine exemplarische Lernbiografie, aus der wir auch Schätze heben können. Also erstmal die Begeisterung für die Person, die Lehrerin führt dich zum Fach Geschichte, das ist ja durchaus eine Erfahrung und ich glaube, dass das wichtig ist, was auch in Lernforschung und so weiter ab und zu mal beschrieben wird, aber es ist glaube ich eine Grunderfahrung, dass es irgendeine charismatische Rolle auch gibt oder einen charismatischen Faktor in Hinsicht auf das lerne ich jetzt und das lerne ich nicht darin. Dann aber, und das finde ich wirklich interessant aus der Geschichte heraus auf einmal die Entdeckung von einem Interesse von etwas, wo man so merkt, das mache ich ja immer und ich nenne es jetzt mal, während ich so zugehört habe, habe ich so gehört, die Lust am Weitergestalten. Also nicht das Rekonstruktive der Geschichte, sondern damit was zu machen. Das ist irgendwie Material, ich will weitermachen und so und so. Jetzt ist dann Architektur da reingekommen, finde ich total interessant und eigentlich auch im Sinn ermunternd, dass man seinen Impulsen da irgendwie so folgt.

So können nämlich Lernbiografien, so machen die irgendwie Sinn. Ja, ich habe immer über Architektur geschrieben, also habe ich Architektur gemacht. Das klingt für mich ganz sinnvoll, weil man da entwerfend gestaltend unterwegs ist. Also es ist nicht nur Zufall und dann gehst du in diese Architektur rein und dann ist es eben schon so, dann begegnen einem Dinge, die man eigentlich gar nicht vorher plant. Auf einmal ist da dieser Keller ausgestattet mit der Selbstverständlichkeit der Technologie. Ich finde auch die Kategorie der Selbstverständlichkeit so schön, dieses, es ist halt da, also lerne ich es, also ich such's nicht, ich frag's nicht, ich brauch's nicht, ich ruf nicht danach, sondern ich gehe in diesen Keller und arbeite damit und merke...

Thomas Pearce

Ich probier mal rum. Man hat die Erlaubnis einfach, also das klingt jetzt abwertend, aber es ist auch Spielzeug und so sollten wir weiter darüber nachdenken,

Simon FrischIch glaube das ist ein Wert.

Thomas Pearce

Und dieses sollte nicht so angsteinflößend, also Technologie sollte nicht angsteinflößend sein oder Designtechnologie, sondern das ist alles Spielzeug und da muss man ganz viel, ich merke das gerade, ich habe irgendwie ganz kleine Kinder 1 und 4 und dieses Sachen falsch machen und scheitern und das lässt sich nicht stapeln und das eine passt nicht ins andere und so. Das ist alles so ein embodied learning sozusagen. Das lernt man nicht über Theorie, das lernt man nicht über rein am Rechner sitzen sozusagen, obwohl am Rechner sitzen ja auch ein Handwerk ist, das können wir ja nicht absprechen. Aber das Programmieren, das Simulieren ist ja auch ein Handwerk. Aber genau das Probieren, das Scheitern. Genau das ist ein sehr, sehr wichtiger und in gewisser Weise diesen Freischein zu haben, nicht erst zu wissen, was man macht, bevor man es macht.

Genau, nicht es erst zu definieren und deswegen vielleicht deine Einführung über wir suchen Wörter dafür, was wir eh schon machen. Ja, genau genau dieses darauf auf dieses tested knowledge also oder embodied knowledge oder Intuition oder wie man es auch immer nennt, darauf zu vertrauen dass das eigene Interesse sozusagen einen weiterbringt und dann erst nachher versucht, da herauszukristallisieren, was es genau ist.

Simon Frisch

Also das ist total wichtig, gerade weil in vielen Didaktikkonzepten wirklich die Suche danach jetzt enorm zunimmt. Lange Zeit hat man gesagt, naja, sag mir, was du lernen willst, dann zeigen wir, dann finden wir den Weg dahin. Ich ich habe ja auch in meinem Portfolio so ein bisschen die Spaziergangswissenschaft als Modus oder als Methode. Also ich suche gar nicht den Spaziergang und historisch, kulturhistorisch und so weiter, sondern mehr oder weniger als Haltung. Also ich bin auf Expedition ohne Ziel und im Spaziergang aber erwerbe ich dieses tacit knowledge oder sowas, also Spielzeug oder im Spiel. Das könnte man eben auch. Also die Frage wäre, wie könnten wir als Lehrpersonen und da müssen wir natürlich der Magier werden und Handwerker Settings entwerfen, in denen man Kompetenzen erwirbt, von denen man gar nicht weiß. Also dieser ganze konzeptlose Wissensbereich, der eben Intercity in Übung, nachher kann man plötzlich was und irgendwann wendet man es an, aber man geht nicht mit einem Projekt an, an die Maschine und das und das will ich machen und dann setzt man es nur noch um.

Finde ich gerade einen ganz interessanten Aspekt daran. Und deine Lehre, wir haben im Vorgespräch auch ein bisschen gesprochen, die funktioniert ja irgendwie auch so. Ich habe noch eine ganz technische Frage vorweg, weil ich das nicht vergesse.

Thomas Pearce

Ne, die sind auch wichtig, weil ich meine, wir können uns verplappern vor lauter quasi philosophische Kompetenzerweiterungs Fragen und trotzdem gibt es einen sehr, sehr nerdigen Fähigkeiten. Also über Fähigkeiten, Also wir reden ja, also es gibt Kompetenzen und Fähigkeiten. Ich glaube, man übt sozusagen die Kompetenz, sich Fähigkeiten anzueignen und die Fähigkeiten sind aber wichtig. Einfach dieses okay, wo ist der Knopf, wie bediene ich das? Und das ist immer das Dilemma, was ich in der Lehre habe. Also einerseits den großen Bogen, den historischen Bogen, der gesellschaftliche Kontext, das Spekulative, das Ergebnis offene und andererseits Leute, ihr müsst lernen, mit diesen Technologien umzugehen, weil es ist ja meine Mission sozusagen und das ist immer so ein Spagat und der ist sehr, sehr spannend. Deswegen sehr, sehr gerne deine technische Frage, wenn ich gespannt bin.

Simon Frisch

Das ist jetzt aber erstmal eine studiengangstechnische Frage an der Stelle. Die Kurse, die du anbietest, wenn du die in verschiedenen Studiengängen, also wenn du verschiedene Studiengänge bespielst, sage ich jetzt mal so, gehst du dann mit je einem Kurs in einen anderen Studiengang? Also bietest du einen Kurs für die Architektur, für den Architekturstudiengang und einen für Produktdesign an oder aber bietest du Kurse an, die von Leuten aus den verschiedenen Studiengängen besucht werden? Das ist wirklich eine interessante Frage, weil das eine andere Denke ist in Hinsicht auf Studienganggestaltung.

Thomas Pearce

Total, sowohl als auch. Und zwar haben wir vor zwei Semestern im Wintersemester im Rahmen des Irregulabs und vielleicht kommen wir später noch mal darauf zu sprechen, das ist ein Lehrprojekt, was in den letzten zwei Jahren lief und was eben mit der Fakultät A und U und unsere Fakultät zusammen initiiert und quasi gelehrt wurde.

Simon Frisch

Super.

Thomas Pearce

Genau. Haben wir im Wintersemester 2024 zusammen mit meinem tollen Kollegen Lukas Kirschnig haben wir eben und Paying Suko übrigens auch und meine Mitarbeitenden Kati Tucho, Mira Müller, Philipp Enzmann, also großes und tolles Team von Leuten mit sehr, sehr unterschiedlichen Kompetenzen, sehr unterschiedliche Interessen, aber haben eben in diese Konstellation zusammen einen Kurs angeboten, wo wir gesagt haben 24 Studis, 16 Design Studis und 8 Architektur und haben die dann auch so angeordnet, dass die in gemischten Gruppen waren, also acht Gruppen, jeweils drei Personen, jeweils zwei Designerinnen und jeweils ein Architekt oder einer Architektin.

Simon Frisch

Genau, irregulabs hieß das Irregulab und du hast gesagt, es ging über mehrere Semester.

Thomas Pearce

Genau, also das irregulab war ein oder beziehungsweise ist, das läuft noch und wird hoffentlich auch noch weitergeführt, ist ein Lehr also interdisziplinäres und interfakultatives Lehrprojekt, wo wir uns wie designen oder gestalten wir sowohl im Maßstab der Architektur als im Maßstab des Designs mit irregulären Materialien. Wir hinterfragen da ganz klar noch mal ganz kurz vielleicht das Projekt ist eins, was imitiert wurde von mir selbst, aber auch Lukas Kirschnig und eben auch Jan Willmann ist da auch mit involviert. Genau, der war glaube ich hier auch schon beim Podcast bei dir.

Simon Frisch

Der war schon da.

Thomas Pearce

Und die Essenz ist sich zu fragen, wie können wir mit neuen Technologien, neue Technologien der Erfassung, also zum Beispiel 3D scannen, aber es gibt auch andere Technologien Erfassung heißt Genau, ja, Capture. Capture sagt man auf Englisch, die eine Übertragung der Materiellen in die digitale Welt, wobei ich glaube, diese grenzen sich ja auch, aber das ist eine andere Diskussion. Die lösen sich immer mehr auf und sollten sie, und das ist in unseren Workflows, wird ja auch sichtbar. Aber wie können wir über Technologien der Erfassung, des Designs, der Simulation, der Programmierung, materieller Programmierung und der digitalen Herstellung mit Irregularität produktiv umgehen? Und zwar, ich mache das mal an einem griffigen Beispiel fest. Sehr gut. Genau, weil genau, wir haben uns mit zwei Materialien beschäftigt, Krummhölzer, Holzgabeln, Holzverwachsungen, so weiter.

Alles, was von der holzverarbeitenden Industrie eigentlich als wertlos gesehen wird. Es wird nur verheizt oder es wird irgendwie zerhäckselt und zu Spanplatten gemacht. Genau. Wie können wir das irgendwie neu bewerten. Genau. Zweites Material. Jetzt arbeiten wir mit Steinbruch, also auch Abfall von Steinen, wo man sagt, okay, normalerweise, wenn es aus dem Steinbruch kommt, würde man es in einem Quader XYZ fassen und dann wird es quasi subtraktiv bearbeitet und in eine Form gebracht, die, wie Michelangelo schon meint, eben eh schon drin ist sozusagen.

Aber die ist ja eigentlich in seinem Kopf, die ist eigentlich nicht in dem Quader. Wir fragen uns aber, okay, was wäre mir diese Quader Zwischenschritt? Dieser Halbzeug sozusagen, diese Standardisierung.

Simon Frisch

Genau, das ist dieser Begriff des Halbzeugs, das ist mehr oder weniger formatiertes Material, das nicht mehr roh ist, aber auch noch nicht in der Form.

Thomas Pearce

Genau. Und das ist unsere ganze industrielle Fertigung. Unser industrielles Design basiert auf diesem Begriff des Halbzeugens, weil der auch ganz klar mit Normierung verbunden ist. Wenn ich weiß, ich fange mit einer Spanplatte an und die hat eine dicke 25 mm, die hat solche quasi wasserabweisende Funktionen und die trägt eine Last von soundso viel mit einer Spannweite und so und so viel. Das ist normiert, damit kann ich arbeiten. Und dann ist es aber so oft.

Simon Frisch

Dass ganz kurz, das ist jetzt der Baumarkt.

Thomas Pearce

Das ist der Baumarkt.

Simon Frisch

Mit den Abteilungen? Und da stehen die verschiedenen Halbzeuge herum.

Thomas Pearce

Genau.

Simon Frisch

Ich will ein Gartenhaus bauen. Das Gartenhaus gibt es natürlich inzwischen auch, aber es gibt dann eben die Bretter dazu und das ist eben noch kein Gartenhaus, aber es ist kein Baum mehr.

Thomas Pearce

Genau so ist es. Deswegen ist es Halbzeug Genau, es ist ein Halbzeug. Es wurde von einer komischen, verwachsenen, organischen variablen und eigensinnigen Form in eine vorhersagbare Form gebracht, um dann, und das ist nämlich der Paradigmenwechsel, die digitale Gestaltung hat sehr lange damit gearbeitet, dass wir mit diesen standardisierten Materialien arbeiten. Wir machen ein wildes Design, wir entwerfen einen Tisch, ein Haus, das irgendwie sieht aus wie weiß ich nicht was, also wild, es hat wilde Form, aber es hat diesen Zwischenschritt, dass man sagt, erstmal muss man standardisieren und dann kann man daraus zuverlässig was Wildes machen oder was Irreguläres.

Simon Frisch

Also wir holen aus dem Baumarkt das standardisierte Material und verwildern es.

Thomas Pearce

Weil wir es eben digital können, weil wir es mit der Fertigung können. Und deswegen war die Fertigung, weil sozusagen in der ersten digitalen Revolution, wenn man über Revolutionen sprechen möchte, wie auch immer, war so wichtig, weil die gesagt hat, wir können diese komische, irgendwie individualisierte, eigensinnige Formsprache irgendwie eben übertragen auf dieses Material, wo wir jetzt sind. Können wir, pass auf, brauchen wir eigentlich diesen Zwischenschritt, müssen wir diesen Halbzeugen erstmal erstellen, Weil wenn wir sagen, wir nehmen dieses irreguläre Material, dieses unregelmäßige Material, wir erfassen es eben, scannen es oder eben wir haben da auch andere Methoden, vielleicht kommen wir später noch darüber zu sprechen, wir erfassen es, wir kategorisieren es, wir inventarisieren es, wir arbeiten im besten Falle noch mit Machine Learning, um eben die Regelhaftigkeit zu ergründen. Und dann entwickeln wir eben Systeme, wie wir diese Makelhaftigkeit zu einer Qualität umwandeln.

Simon Frisch

Okay, jetzt ist mir gerade ein Satz durch den Kopf gegangen, den Nietzsche mal gesagt hat als Geisteswissenschaftler. Die Schreibzeuge arbeiten mit an unseren Gedanken und hier könnte man das umformulieren, die Halbzeuge arbeiten mit an unseren Projekten. Denn tatsächlich kann ich, und das ist auch eine Erfahrung, wir haben letztes Jahr ein Haus gekauft und bauen jetzt gerade da drin so aus und müssen viel selber machen, weil es natürlich alles nicht oder wollen auch und dann muss ich immer mit dem gegebenen Material des Baumarkts arbeiten. Ich meine, das ist halt so, aber manchmal passen die Bretter und so weiter, also muss ich meine Projekte diesen Gegebenheiten anpassen. Jetzt kommt ihr, ich sag jetzt mal.

Thomas Pearce

Ihr, ne, sind wir, also nicht königliches Wir, aber wir sind ein großes Team und viele Köpfe.

Simon Frisch

Und unter dem Ansatz sagt ihr: wir gehen einfach hinter dem Baumarkt in den Wald, wo das Holz da noch ist. Dann haben wir auch Gegebenheiten und dann machen wir es doch gleich so, weil digital das jetzt möglich ist. War ja vorher nicht möglich. Die Standardisierung hat ja geholfen, wenn die Steine alle nicht gleich groß sind oder so. Und wenn ich das nicht errechnen kann, dann habe ich halt ein Haus aus dem, was ich so kriege. Und jetzt sagt Aha, aber das interessiert uns ja.

Thomas Pearce

Und pass auf, der Trick ist, das hat es schon alles mal gegeben. Und das ist, glaube ich, nämlich dieser Reflex. Und du meinst ja im Vorgespräch mit dem hast du auch, dass du mit Jan Willman auch darüber gesprochen hast, über diese quasi Nostalgie im Handwerk sozusagen. Aber in einer digitalen Handwerklichkeit können wir eben auch zurückgreifen auf präindustrielle Verarbeitungsweisen. Heiß Wir hatten zum Beispiel einen ganz tollen Vortrag von Kollegen aus Wien, Michael Grabner, der sich mit historischer Holzverwendung beschäftigt. Der hat eine Stunde lang gesprochen, hat die tollsten Beispiele gebracht für wie zum Beispiel eine Holzgabel in einem Kirchenschiff eingebaut wird, wie das in einem nicht nur Kirchenschiff, sondern Schiffschiff ein Boot eingebaut wird, wie extra dafür in den Wald gegangen wurde, um eine spezifische Gabel zu suchen, die perfekt zu der Geometrie irgendwie passt. Und jetzt können wir sagen, wir gehen zurück dahin.

Das wäre nostalgisch. Wir können aber auch Wir lernen davon, Wir hinterfragen die Selbstverständlichkeiten der Industrialisierung und wir legen noch einen drauf. Wir schreiben weiter, und zwar indem wir viel systematischer, viel parametrischer, viel intelligenter mit dem Material umgehen beispielsweise. Und genau jetzt komme ich zu der anderen Technik, die wir gerade bei der Ressourcengewinnung entwickeln. Und das macht hauptsächlich oder das mache ich mit meinem Mitarbeiter Philipp und ganz toller Hiwi Aaron. Da haben wir ein Interface entwickelt mit einer AR Brille, also Augmented Reality. Man setzt sich diese Brille auf und geht in den Wald und sucht da nach gefällte Baumkronen.

Wir haben ein tolles Verhältnis zum Förster, zum lokalen Förster. Der ruft uns an und Mensch, ich habe da eine Esche gefällt, die könnte euch gefallen. Dann fahren wir dahin, setzen die Augmented Reality Brille auf und haben vor uns eine Designgeometrie. Das ist ein Proto Design. Das ist ungefähr, was wir denken, was wir brauchen. So, jetzt gehen wir dahin, finden diese Baumkrone und legen sozusagen als digitale Schablone diese Geometrien auf die Krone und gucken, ob da irgendwas ist, was passt sozusagen. Und parallel.

Und das ist nämlich der Krux, weil diese Art, mit Schablonen in den Wald zu gehen, das ist auch vorindustriell, das gab es schon, das haben die Bootsbauer immer gemacht, die haben immer große Schablonen gehabt, die rumgetragen und dann nach der Eiche gesucht, die sie dann fällen sozusagen. Wir machen es eher als Nachlese. Also sozusagen das, was eh schon gefällt, ist quasi nachzulesen, also gleaning. Aber genau. Und der Unterschied ist da nicht nur, dass wir andere Werkzeuge haben, sondern dass wir auch in diesem Interface noch mal designen, weil wenn die Gabel nicht ganz passt, dann passen wir einfach das Design live an. Das heißt, die Rückkopplung zwischen Materialität, Geometrie, Eigensinnigkeit des Materiales, des Waldes, der Orientierung, was auch immer und des Designs ist quasi eine intuitive, ist eine direkte und ist in der Hinsicht postdigital, könnte man sagen. Also weil das eben sich überlagert, verschwemmt, die Grenzen insoweit irgendwie irrelevant wären.

Simon Frisch

Das ist faszinierend, wie die virtuelle Welt eigentlich zur konkret gegebenen Welt, das Bereich, den wir Natur nennen, zurückführt. Auf einmal begegnen wir den Gegebenheiten wieder hinter und außerhalb des Baumarkts durch digitale Tools, also durch virtuelle, durch VR Brillen. Das heißt ja Virtual Reality, aber eigentlich ist das eine Durchsicht auf die Welt wieder.

Thomas Pearce

Genau. Der Unterschied zwischen VR und AR. Also VR ist sozusagen, also vielleicht, das wissen wahrscheinlich die meisten Hörer innen, aber vielleicht trotzdem nochmal, also VR ist ja quasi, man ist in einer virtuellen Welt, also man setzt die Brille auf und sieht jetzt die Welt dahinter nicht notwendigerweise. Also man taucht, wie zu sagen, in ein Computerspiel ein. Augmented Reality oder manche nennen es auch Mixed Reality, finde ich irgendwie auch spannender, weil es halt eben eher diese Verschränkung beider Welten nochmal betont, funktioniert damit, dass man eben den Durchblick hat. Ich sehe die echte Welt echt zwischen Anführungsstrichen und überlagert. Darauf sehe ich eben ein digitales Modell.

Und das digitale Modell gilt es in unserem Falle zu überarbeiten, genauso wie die Realität, die materielle Realität dahinter auch zu überarbeiten, zu bearbeiten gilt.

Simon Frisch

Okay, genau. Es ist nicht virtuelle, sondern Augmented Reality, erweiterte Realität. Auf diese Art und Weise entdeckt ihr Baustoffe, die die die bisherige Industrialisierungslogik nicht entdeckt hat. Das ist eigentlich ziemlich interessant. Also eine Erschließung von neuen Materialien, von neuen Rohstoffen ist damit auch verbunden, wenn ich das richtig verstanden hab.

Thomas Pearce

Absolut.

Simon Frisch

Du hast gerade gesagt, präindustrielle Verfahrensweisen und hast sehr nachvollziehbar erläutert, dass es aber nicht ein Zurückgehen in vollständig in die Methoden, sondern eigentlich ist es ein Übertragen und ein Überschreiten der bisherigen Antworten, die die Industrialisierung gegeben hat. Und es ist eine neue Industrialisierungswelle, die aber plötzlich das Konzept des Handwerks, Handwerk oder so, glaube ich, habe ich mit Micha Braun, glaube ich, auch in einem Podcast viel drüber gesprochen, wo die Dimensionen des Handwerks auf einmal in die industriellen Produktionsweisen Einzug halten.

Thomas Pearce

Genau, also manche nennen das auch Industrie 4.0. Ich finde, es hört sich immer so an wie irgendwie eine große industrielle Testhalle mit ganz vielen Robotern und KIs und Augmentierungen. Ich glaube, die Industrie 4.0 kann eben auch im Wald sein, auf der Straße, also die kann verortet, situiert sein, die kann sich beziehen auf lokale Kontexte. Und das ist, glaube ich, ganz, ganz wichtig, dass wir uns nicht jetzt diesen irgendwie rein positivistischen Zukunftstraum, der uns vorgelebt wird, so wahllos und unkritisch hingeben, sondern halt auch eben diese Begrifflichkeiten, diese Werkzeuge auch kritisch hinterfragen, anders verwenden eben. Genau. Also die einbetten in Kontexten. Und vielleicht ist das meine, jetzt noch mal, um darauf zurückzukommen, meine Prägung schon als Historiker, der latent da ist.

Ich betrachte mich selbst ganz stark als Ex-Historiker, weil ich mache das ja nicht mehr. Ich habe mich jetzt frei gemacht davon, irgendwie Wahrheiten sagen zu wollen, ich spinne lieber rum. Ich finde es oft sehr gut, eine Geschichte nachzuerzählen, die einem erzählt wurde, weil die sind oft besser als die Realität. Also wenn ich jetzt mit Studis erzähle, dann sage ich immer, ja, Disclaimer, guckt es noch mal nach, weil man die wildesten Geschichten irgendwie erzählt. Genau, aber wie kam ich darauf? Genau, Meine Prägung als Ex-Historiker sozusagen ist trotzdem latent da, indem ich genau auf das Vorhandene immer noch mal irgendwie zurückgreifen möchte, das gegebenenfalls sozusagen aufgreife, ob das jetzt Material ist, Material hat seine eigene Historizität sozusagen, hat seine eigene Ongoingness, sein eigenes Leben, aber auch die Designgeschichte unser Kontext, ob der jetzt eben einen architektonischen Design oder sozialen Kontext ist, sozusagen dieses Lesen des Kontextes und dann eben weiterschreiben, glaube ich, ist eine Haltung, um jetzt noch mal zurückzukommen auf die Werkzeuge Industrie und Industrie, die vielleicht zu wenig gesehen wird. Dieses nach vorne schauen, dieses Positivistische, alles neu, diese.

Genau, das verneint oft das, was wir in unserem Rucksack haben, was wir mitbringen.

Simon Frisch

Das finde ich ganz interessant, dass Historiker, es gibt glaube ich, unterschiedliche Mentalitäten, fällt mir jetzt gerade, während du das so ausführst ein unter Historikerinnen und Historikern, die einen, die dann am Alten verharren und dann so bewährt, traditionell gewachsen, dieses und jenes. Aber ich hab dadurch, dass ich Kunstgeschichte, Filmgeschichte, Kulturgeschichte studiert habe, kann ich das ein bisschen nachvollziehen aus eigener Erfahrung. Ich habe das immer als Denkraum und Erweiterungsraum und als Bewegungsraum begriffen. Und das Interessante ist, indem ich ganz viel Neues entdecke, Ich entdecke im Mittelalter ganz viel Neues. Also in diesem Sinne, das sind die Neugierde.

Thomas Pearce

Eine Wunderkammer, eine Fundgrube. Genau, Material, alles Material.

Simon Frisch

Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Und wo dann, ich fand das gerade ganz schön, die Konzepte, das möchte ich noch mal aufrufen, die Örtlichkeit, die Lokalität und die Irregularität werden auf einmal Werte. Also das werden nicht Kriterien zum Aussortieren, sondern es werden Kriterien für damit machen wir jetzt was, das heben wir. Das ist ein Potenzial.

Thomas Pearce

Ja. Als du gerade gesprochen hast über sozusagen jetzt das Mittelalter als Fundgrube, dann muss ich noch mal denken, du hast ja vorhin Nietzsche zitiert, aber es gibt ja auch, ich fand vielleicht, keine Ahnung, wenn ich meine Biografie linear lesen möchte, dann würde ich, und das stimmt nicht, weil es ist retroaktiv, aber es gibt den Text von Nietzsche über den Sinn und Unsinn der Geschichte.

Simon Frisch

Ja, vom Nutzen und Nachteil.

Thomas Pearce

Vom Nutzen und Nachteil der Geschichte, genau. Da bin ich wieder mit meinen Unwahrheiten, wie ich meine Quellen zitiere.

Simon Frisch

Übrigens ein tolles didaktisches Konzept, lest alles nochmal nach, was ich hier sage, kann viele Irrtümer enthalten, das ist sehr gut.

Thomas Pearce

Aber in diesem Text beschreibt er genau, finde ich das. Es geht um es sich zu Nutzen machen. Also das wurde ja in der Geschichte danach wahnsinnig missbraucht. Also das ist ein sehr kritisches Konzept, dass man sich die Geschichte zu Nutzen macht, aber in dem Kleinen, damit will ich nicht die Geschichte und überhaupt Wahrheit, Anspruch verneinen oder so, überhaupt nicht. Aber als Designer, Designerin ist es oft sehr, sehr hilfreich, sozusagen es als Material zu sehen, mit dem man nur weiterkommen muss. Und das ist halt in einem Zeitalter, wo wir wahnsinnig viel Zugang haben zu allem möglichen Wissen, alle möglichen Wahrheiten und Quellen, ist es umso wichtiger, auswählen, selektieren und seiner Intuition dabei folgen zu können, das, was einem was bringt, zu nehmen und aus diese, und da sind wir wieder bei der Lehre an der Bartlett, also in London hieß es immer Analysis Paralysis, Also sozusagen aus dieser analytischen Schockstarre herauszukommen, wo wir ein wo Studis kommen und sagen, ich habe jetzt mal vier Wochen recherchiert, so und ich habe, es gibt so viele Möglichkeiten und es gibt diese Person, die hat man das gemacht und so und jetzt weiß ich nicht recht so und dann immer wieder sagen zu müssen, okay, es gibt keine richtigen Entscheidungen. Die richtige Entscheidung ist die, die man getroffen hat sozusagen.

Und da auf seine Intuition zu vertrauen, weiterzukommen, zu selektieren und eben aktiv zu werden. Aktiv in der Gestaltung dieser Quellen. Welcher triggert mich, welcher hat eine Resonanz mit mir sozusagen und dafür ein Gefühl zu entwickeln. Das ist, glaube ich, eine Kompetenz, die man auch Studierenden mitgeben sollte, dass es eben kein richtig oder falsch gibt in der Gestaltung, sondern nur ein also Intuition, die man dann zwar verifizieren und falsifizieren kann, also man steht auf und hat eine Idee und möchte was probieren und im besten Fall scheitert es und macht man es am nächsten Tag besser, aber immerhin hat man es probiert und es gibt nichts Schlimmeres als diese kreative Konstipation, wie mein Doktorvater es mal genannt hat, oder Analysis Paralysis. Also genau. Und deswegen bin ich auch genau dieses Weiterschauen, wie arbeiten wir mit, Also auf.

Simon Frisch

Die Was stimmt denn jetzt würdest du mit einer Gegenfrage was hast du denn vor?

Thomas Pearce

Eben genau.

Simon Frisch

Und das ist sehr instrumentell, Was habe ich denn vor? Ich frage über die Leute wie findet euch denn der Film Gar nicht, Wie findet ihr denn den? Also damit man einfach Wer bin ich denn jetzt hier eigentlich gerade total? Das ist ja das Schwerste, das lernen wir ja gar nicht unbedingt. Und das ist auch nicht immer, Also das macht auch nicht immer, Also nicht alles, was man da findet, ist gut, aber man findet es wenigstens und kann, kann damit umgehen, Was ich interessant finde, ist also eben genau der Nutzen und Nachteil von der Historie für das Leben, glaube ich, so ähnlich heißt es. Und da kommt eben der Aspekt des Lebens mit hinein. Ich sehe jetzt wirklich, kann ich direkt eine Verbindung, ich laufe da durch den Wald und dieser Blick, ich suche das Kirchenschiff oder die Schiffsgabel und nicht die Baumgabel.

Also das heißt, das ist, das ist wahrscheinlich wirklich der Paradigmenwechsel im Blick, ob ich versuche, den Baum zu rekonstruieren aus der Gabel oder das Schiff zu konstruieren aus der Gabel. Das ist ein ganz anderer Blick.

Thomas Pearce

Genau diese Intentionalität sozusagen und dieses irgendwie instrumentelle da herangehen, das Ergebnis orientierte auch, das könnte man auch falsch lesen, ergebnisorientiert, prozessorientiert, das Weiterkommen, das Verarbeiten und nicht das Beobachten sozusagen. Und da gehen die Meinungen weit auseinander. Also ich habe hochgeschätzte KollegInnen auch im Studiengang, die ganz, ganz anders rangehen, wo es vielmehr darum geht, eine Problemstellung zu definieren. Okay, was sind Bedürfnisse, was brauchen, was brauchen Menschen, was braucht eine bestimmte Gruppe? Können wir das einengen? Und das ist vollkommen valide, es ist vollkommen fein und wertvoll und wichtig, das so zu machen und dann zu sagen, wie lösen wir dieses Problem? Welches Werkzeug haben wir dazu als Designer?

In was kann unser Einfluss sein? Und bei mir, ich kehre das so ein bisschen um. Also bei mir steht sozusagen die nutzende Person ist ein Träger sozusagen. Das ist wichtig, Also die ist schon präsent, aber sie ist quasi nicht die Verantwortung.

Es ist viel explorativer. Was können wir mit diesen Materialien, was können wir mit diesen Technologien machen, wie denken wir anders über Herstellung, Industrie, Design und so weiter. Und deswegen wähle ich immer auch sozusagen, und da hatte ich ein ganz tolles Gespräch mit meinem Kollegen Andreas Mühlenberend, unser jetziger Dekan noch gestern, über diese Begriff der Trägerobjekte, wie ich sie nenne. Und bei mir machen Studis sehr oft einen Hocker, eine Lampe, ein Tisch, sozusagen die banalsten Sachen.

Simon Frisch

Und das sind die Trägerobjekte?

Thomas Pearce

Das sind die Trägerobjekte. Sie sind sozusagen so banal, dass jeder sie kennt.

Simon Frisch

Was tragen die?

Thomas Pearce

Die tragen eine Fragestellung über Materialität, Technologie, gesellschaftlichen Kontext, Semantik. Also was vermittelt man irgendwie durch diesen Tisch? Oder durch diesen Hocker oder durch diese Lampe oder durch diese Vase oder was auch immer. Und das heißt genau, ich kehre sozusagen den Spieß um und okay, gerade die Banalität kann ein Vehikel sein, um das neu zu denken. Auch da wieder, glaube ich, das, was eh schon da ist, können wir das sozusagen umdenken. Wir müssen nicht neu denken, wir müssen nicht erfinden, sondern neu erfinden, weitererfinden, umkrempeln, umstülpen sozusagen.

Simon Frisch

Das ist ein didaktischer Ansatz, der das Objekt, also von diesen Trägerobjekten auszugehen. Produktdesign kann man sich auch so vorstellen. Macht mal, findet raus, was euch interessiert. Gestaltet mal drauf los. Wir haben, glaube ich, im Vorgespräch ein bisschen darüber gesprochen, mache ich das Setting weit oder mache ich das Setting eng?

Thomas Pearce

Ja, ja, ja.

Simon Frisch

Wie ist, wie ist, also oder erläuter doch bitte noch mal in der Richtung, das wäre jetzt noch mal enges Setting, weiter Setting. Wie sind deine Erfahrungen im in der Lehre mit beiden?

Thomas Pearce

Ja, total unterschiedlich. Und ich komme jetzt immer mehr, ich mache es immer ein bisschen enger, enger. Und das Paradoxon daran ist ja, dass das engere Setting ja sehr oft dazu führt, dass die Erfindungslust und der Erfindungsspielraum eben größer wird.

Simon Frisch

Das ist komisch, ne?

Thomas Pearce

Das ist total komisch. Und es meinte mal ein Studi zu mir, das was du mit uns machst, ist, wir tanzen hier in Ketten, ist übrigens auch Nietzsche, habe ich dann auch nachgeschaut, kommt sehr viel auf Nietzsche. Aber genau, aber genau dieses, also man könnte es auch jetzt, wenn man es im Design Begriff oder einen Lehrbegriff überträgt, also Constraint driven Design. Genau, also oder Constraint driven Lehre sozusagen. Also man stellt ein sehr enges Rahmenwerk, also Framework auf, indem man sagt, also zum Beispiel, ich mache immer eine Aufwärmaufgabe mit den Studis. Wieder vielleicht ein griffigeres Beispiel, so Aufwärmaufgabe mit den Studis, wo wir drei Wochen lang ein gemeinsames Objekt, so ein Gruppenpuzzle könnte man es nennen, Co Objekte, Co Autor, also ein zusammengeschriebenes co-authored Objekt. Und beispielsweise ist es ein Tisch, der besteht aus acht, um bei der Gabel zu bleiben, bei der Holzgabel.

Ein Tisch, den hast du auch gesehen im Büro. Ich beschreibe ihn jetzt mal kurz. Genau, beschreib ihn bitte.

Simon Frisch

Kann man auch auf den Websites wahrscheinlich.

Thomas Pearce

Genau, ja, genau. Findet man auch auf unser Instagram folgt unser Instagram.

Es ist toll. Bauhaus_MTAT, also Emerging Technologies und Design folgt es. Werber Zwischenschub. Genau. Der Tisch sieht so aus, dass er aus acht Holzgabeln besteht. Die wurden schon von HiWis und Mitarbeitenden schon vorgeerntet, vorgescannt und vororientiert. Orientiert heißt orientiert heißt, die haben schon im digitalen Raum, die Scans dessen haben schon eine Orientierung, sodass der Tisch im Endeffekt aus zwei sich zwei verbundene Tetraeder besteht, die eine Tischplatte tragen.

Die Anordnung ist vorgegeben, die Übung geht. Ihr habt das Material vorgegeben, es ist gratis. Ihr findet eine Art quasi diese Gabel zu gestalten im Gespräch auch mit euren Nachbarn, weil die Gabeln sind immer Ende zu Ende verbunden. Also man muss sich das vorstellen. Die Mittellinie. Genau. Also ich mache jetzt das Bild vor dir.

Ich nehme zwei Finger von zwei Händen und die zwei, Also so ein bisschen wie bei Michelangelo kommen die Finger aufeinander. So genau so drunter machen wir es nicht. Nein, nein, ich sage nicht, dass der Tisch an Michelangelo ist sehr in Frankenstein. Also wirklich das, was ihr auch gesehen Das ist ein wildes Ding. Es ist ein wildes, zusammengeschustertes Ideencollage, die aber genau das ist der Punkt. Jede Gruppe, 16 Studierende, 8 Gabeln, Gruppen von 2, alle gestalten eben diese Gabel subtraktiv mit unterschiedlichen Technologien, haben noch dazu eine Referenz. Zum Beispiel hatten welche Fledermäuse und den Schlag von Fledermäuse oder die Lianen oder so hatten noch eine Fremdreferenz. So kombinatorisch.

Wie kombiniert man die Gabel mit dem Tisch, mit der Statik, mit einer Bearbeitungstechnologie? Also sehr, sehr vorgeschrieben, Kategorien vorgeschrieben. Und das machen wir immer so als Aufwärmübung, sodass Studierende am Anfang spielerisch auch das Handwerk lernen. Und das hilft enorm aus ein paar Gründen. Also erstens, wenn alle mit einer ähnlichen Technologie, ähnliches Material arbeiten, alle schlagen sich mit diesen 3D-Scans rum und das sind ja aufwendige Daten und so weiter oder schlagen sich mit CNC Fräsen rum. Ist kompliziert, aber sie lernen horizontal, weil sie haben alle das gleiche Problem. Ich sage auch immer arbeitet alle im Studio, lernt voneinander.

Ihr lernt 80 Prozent voneinander und 20 Prozent von mir und den Mitarbeitern und so.

Simon Frisch

Sehr gut. Das ist auch meine. Also ich glaube, das ist so und ich glaube, das muss man kultivieren.

Thomas Pearce

Genau. Und es geht schon. Und das heißt nicht, dass wir unwichtig sind. Im Idealfall haben wir das so gut vorbereitet, dass die 80 Prozent von alleine passieren. Und das heißt irgendwie eine andere. 100 Prozent haben wir schon vorher geleistet, indem wir das Framework sehr eng geschnürt haben. Genau, es geht um Rahmenbedingungen fürs Lernen.

Und die andere Idee, um das jetzt ein bisschen weiter auszuholen an diese Gruppenpuzzle Projekte, also der zweite Traeder Tisch aus acht Gabeln ist ja die Idee auch der Autorenschaft in gewisser Weise aufzulösen, Also Co-Authorship sozusagen, nicht nur mit anderen Leuten, weil man wird niemals was alleine designen und niemals was alleine herstellen. Das ist illusorisch, das ist ein veralteter Begriff, aber auch eben eine Co-Autorenschaft mit Technologien, mit Materialien, mit Kontexten eben sozusagen.

Die schreiben alle mit.

Simon Frisch

Das Team besteht aus vielen unterschiedlichen Lebewesen oder Akteuren. Die sind nicht alle Menschen.

Thomas Pearce

Das ist alles lebendig, das ist alles vibrant, wie Jane Bennett sagen würde, vibrant matter sozusagen. Das gestaltet alles mit, das sind alles Aktanten sozusagen. Jetzt wird es abstrakt, aber ich glaube, es ist gleichzeitig abstrakt und wahnsinnig konkret, weil die Aufgabe ist so konkret. So und deswegen, und ich finde es immer, das ist halt der Spagat, dieses Vorschreiben und Freilassen. In der zweiten Aufgabe ist es dann oft so, dass die Studis viel freier sind, einen Kontext auswählen können, einen Nutzen, eine Typologie auswählen können. Also mit Typologie meine ich eine Art von Trägerobjekt. Ist es der Kleiderständer oder ist es der Tisch oder der Hocker oder was auch immer.

Aber viel, viel freier sind, aber trotzdem sozusagen eine Art von Gemeinschaft, Kuratorenschaft in der Kohorte geschaffen wird, ein gemeinsames Wissen, auf das man bei und dann kann man viel freier arbeiten. Und das finde das, also keine Ahnung, ich versuche immer selbst da quasi auch besser zu werden, versuche es auch immer ein bisschen anders. Wir lernen davon, wir diskutieren darüber innerhalb der Professur, was hat funktioniert, was hat nicht funktioniert. Sollen wir es mal ein bisschen enger schnüren, ein bisschen breiter aufmachen? Da haben wir noch nicht den ganzen sweet spot gefunden. Beziehungsweise ist es auch moving target, Aber auch je nachdem, wie die, was für eine Kohorte von Studierenden man hat, mit was für einem Material, man arbeitet, was für eine Technologie. Aber genau, also deine Frage war eigentlich, lange Rede, kurzer Sinn, deine Frage war, wie gehe ich mit sozusagen Vorgaben oder Rahmenbedingungen um?

Und ich würde sagen, es ist sehr zwiespaltig in den Constraints. Die Constraints sind die besten Freunde, Freundinnen der Designerin, würde ich sagen. Also Constraint Driven Design.

Simon Frisch

Ja, sagen ja auch viele Künstlerinnen und Künstler, also alle, die gestalten müssen, Setzungen, man kann sich nicht verlieren, auflösen. Man wird ja dann plötzlich, man wird ja Nebel, man wird ja Dunst, wenn man überall hingeht. So weit kann man sich gar nicht ausweiten. Lange Rede, kurzer Sinn, Karl Valentin hat mal gesagt, kurze Rede, langer Sinn, oft stimmt das ja viel mehr in kurzer Zeit. Ein paar Sätze, die man noch viel weiter ausfalten müsste. Unsere Zeit, 45 Minuten sind sogar schon drüber. Wir haben überzogen, wir haben keine Schulglocke gehört, weil es keine gibt.

Aber an der haben wir noch was ganz Wichtiges vergessen, wo du sagtest, da wollte ich unbedingt noch mal drauf kommen.

Thomas Pearce

Ich glaube nicht. Ich fand das Gespräch sehr stimulierend, sehr bereichernd und hoffe, dass wir das in einem anderen Kontext auf jeden Fall weiterführen und dass da noch mehr KollegInnen irgendwie mitmachen und dass wir da einfach auch zwischen den Fakultäten über die ganze Uni quasi weiter im Gespräch bleiben und diese tolle Institution weiterbringen.

Simon Frisch

Ausgezeichnet. Lieber Thomas, ich danke dir für das schöne Gespräch.

Thomas Pearce

Sehr, sehr gerne. Danke für die Einladung.

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