Ep. 47 – Gespräch mit Tom Lahmer
Shownotes
Wie lässt sich Mathematik so lehren, dass sie zur handwerklichen Praxis wird und was bedeutet das für eine Universität, die zwischen Hörsaal, Labor und Werkstatt vermittelt? In dieser Episode spricht Simon Frisch mit Tom Lahmer, Professor für angewandte Mathematik und Dekan der Fakultät Bau und Umwelt, über Mathematik als performative Tätigkeit, über Lehre im direkten Kontakt mit Studierenden und über das Rechnen als Werkzeug, um eine unsichere Welt zu verstehen.
Lahmer erzählt von seiner Arbeit an der Schnittstelle von Algorithmik, Strukturoptimierung und Materialforschung, von 3D-Druck und Leichtbau bis zu Risikoanalysen für Bauwerke, bei denen Wahrscheinlichkeitsrechnung zur Haltung wird: Streuung, Unsicherheit und Zufall gelten nicht als Fehler, sondern als Normalfall – in Materialien ebenso wie in vielfältigen Biografien internationaler Studierender. Es geht um das Lernen im Tun, um Beispiele aus der Praxis (von Straßenlaternen bis Brücken), um interdisziplinäre Projekte mit Design und Architektur und um die Frage, warum mathematisches Grundhandwerk auch im Zeitalter von KI unverzichtbar bleibt. Damit Menschen genau dort weiterdenken, wo Maschinen an ihre Grenzen kommen.
Unser Host: Dr. Simon Frisch ist Vizepräsident für Lehre und Lernen an der Bauhaus-Universität Weimar und er leitet die Dozentur für Film- und Medienwissenschaft. Er interessiert sich besonders für die spezifische Praxis der Theorie und für die ostasiatischen Wegkünste sowie die Spaziergangswissenschaft als Perspektive und Methode in Lehre und Forschung.
Mitwirkende: Host: Simon Frisch Sound-Design und Schnitt: Jonas Rieger, Moritz Wehrmann Musik: Sebastian Lederle Artwork: Andreas Wolter Ton und Technik: Steven Mehlhorn, Moritz Wehrmann Marketing und Social Media: Claudia Weinreich, Marit Haferkamp Juristische Beratung: Laura Kister Transkript: Natalie Röhniß Produzentin: Nicole Baron Distribution: Ulfried Hermann, Jonas Rieger
Folgenwebsite: www.uni-weimar.de/lehre-podcast
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Tom_Lahmer
Simon Frisch
Das Mikrofon geht auf, und zwei Stimmen treten auf. Erneut: Die Stimme, die jetzt spricht, gehört Simon Frisch, Vizepräsident für Lehre und Lernen, und Dozent. Seit 1999 bin ich in der Lehre tätig und interessiere mich auch seither für Lehre. In dieser Tätigkeit und in diesen beiden Rollen bin ich eigentlich doch in erster Linie anwesend und werde auch in diesen beiden Rollen hier sprechen.
Heute habe ich Tom Lahmer zu Gast. Als wer wirst du denn mit mir sprechen?
Tom Lahmer
Ja, schönen guten Tag, Simon Frisch. Genau als Dozent maßgeblich, gerade auch hier jetzt in diesem Interview. Ansonsten bin ich aber auch ein leidenschaftlicher Forscher an der Bauhaus-Universität, aktuell auch als Dekan der Fakultät Bau und Umwelt, somit auch für vieles Administrative und ja, Steuernde, Planende gerade aktiv und nicht zuletzt auch als Vater von zwei Söhnen.
Simon Frisch
Ah, sehr schön. Frage ich aber doch gleich mal nach welchem Fach, also nach dem Fach vielmehr, in welchem Fach unterrichtest du?
Tom Lahmer
Ja, genau. Ich bin von Hause aus Mathematiker, angewandte Mathematik, und betreibe diese aber sehr eng, ich sag mal, ja, zusammen mit den Ingenieurinnen, Ingenieuren in Forschung und Lehre. Also es ist eine Ingenieursmathematik, könnte man auch sagen, und speziell die Fächer Wahrscheinlichkeitsrechnung, Optimierung, Signalverarbeitung, da bin ich so unterwegs.
Simon Frisch
Also angewandte Mathematik unterscheidet sich dann von, du hast vorhin im Vorgespräch, haben wir gesagt, von der normalen Mathematik.
Tom Lahmer
Oder rein Mathematik, genau, indem man ein bisschen mehr Fokus eben auf die angewandten Fächer hat. Dazu wurden halt eine Optimierung, Wahrscheinlichkeitsrechnung, auch die Numerik zählen. Zu der klassischen Mathematik zählt man eher die Analysis, Algebra ja, genau.
Simon Frisch
Also das Angewandte an der Mathematik ist dann sozusagen das, was man von der Mathematik gebrauchen kann, zum Beispiel?
Tom Lahmer
Genau, vieles, was in Algorithmik, in Software übergeht. Vieles ist auch oder ganz viel geht in die KI-Verfahren gerade auf.
Simon Frisch
Ah ja.
Tom Lahmer
Das sind einfach riesengroße Systeme, Probleme, die wir lösen müssen. Man sagt, eine KI, die wird gerade trainiert, die lernt, würde ich sagen, die wird gerade optimiert, da läuft ein Optimierungsalgorithmus ab. Also da ist schon viel, was aus diesen Disziplinen die Grundlage gebildet hat. Das ist dann viel auch eben die Schnittstelle zwischen, ja, angewandte Mathematik und Informatik. Das ist in dem Bereich fließend, ja.
Simon Frisch
Da fällt mir jetzt gerade ein Stichwort ein aus dem frühen Staatlichen Bauhaus, das ja eine Vorgängerinstitution hier von der Bauhaus-Universität ist, wo es darum ging, Kunst und Handwerk, eine neue Einheit die angewandte Mathematik ist ein Mathematik ist eine Mathematik und Handwerk, eine Einheit sozusagen, passt ja sehr gut in unsere Tradition, dass die Mathematik hier nicht die theoretische, die ja manchmal in die Geisteswissenschaft, Philosophie fast geht sondern das ist eine Mathematik, mit der man im Leben in der Welt arbeiten kann.
Tom Lahmer
Definitiv, würde ich so unterstützen, auf jeden Fall. Wir kommen ja sehr viel zu Algorithmen, zu Verfahren, die uns helfen, irgendwie unsere Umwelt zu beschreiben, zu modellieren, die Numerik, Beschreibung von physikalischen Prozessen und so weiter. Und ja, diese Algorithmen, das ist so so eine Art Handwerk, ja, und wir wollen ja nicht alles hunderttausendmal per Hand selber ausrechnen.
Dafür gibt es dann irgendwelche Verfahren, ja, die kann man implementieren, programmieren. Das würde ich schon sagen, ist das Handwerkliche. Und ja, die Kunst daran ist, dieses Handwerk, das ist ja auch ein richtiges Handwerk, einfach zu verbessern, effizienter zu gestalten, eleganter zu formulieren. Ja, das ist dann der Innovationsgehalt, die Forschung daran.
Simon Frisch
Das gefällt mir, handwerkliche Mathematik, angewandte Mathematik. Wie unterrichtest du diese, wie unterrichtest du allgemein deine Fächer?
Tom Lahmer
Genau. Also ich unterrichte erstmal im Team. Ich habe auch meine Mitarbeiterinnen, also als Team, und da ist natürlich klar die Aufgabenteilung. Als Hochschullehrer, Dozent, bin ich natürlich der, der die Vorlesungen hat. Es ist doch ein recht frontaler Unterricht. Ich bin, ja, eigentlich ausschließlich in unseren englischsprachigen internationalen Studiengängen unterwegs, dem Natural Hazard Risk and Engineering und dem Digital Engineering mit ganz tollen, wunderbaren Zuhörerinnen sehr international, sehr divers und so mit aber auch ganz unterschiedlich mit dem Vorwissen. Das ist erstmal so, muss ich erstmal anfangen abzuholen, gucken, wo stehen die, ja. Mittelähnlich, aber so wie sie streuen, wie weit ist die stärkste Person und vielleicht, wo muss ich bei der Schwächsten ansetzen, da ist die Bandbreite größer. Okay, das versuche ich am Anfang doch recht interaktiv rauszubekommen.
Simon Frisch
Am Anfang der Vorlesung?
Tom Lahmer
Am Anfang der Vorlesung, genau. Auch über einfachere Beispiele, wo ich manchmal denke, boah, ist eigentlich zu einfach, aber so, dann kriegt man einfach den Prozentsatz des Nickens oder Nicht-Nickens mit.
Simon Frisch
Du machst es über, du beobachtest also sozusagen die Gruppe und liest an?
Tom Lahmer
Genau, genau. Liest so ein bisschen, ein bisschen natürlich auch dialogisch. Klar steht man vorne am Pult. Ich nutze gerne diesen Visualizer. Also ich schreibe, entwickle auf dem Blatt Papier, was ja dann quasi hinter mir projiziert wird, aber ich habe ständig einen Blick zur Zuhörerschaft.
Simon Frisch
Okay, du verfilmst deine Handschriftlichkeit.
Tom Lahmer
Genau, genau, genau. Da habe ich mich spätestens seit Corona daran gewöhnt. Früher habe ich einen Overhead-Projektor genommen, ganz früher auch mal die Tafel, ganz klassisch. Klar, der Mathematiker arbeitet an einer Tafel, aber dort ist ja immer, sobald ich da mich der Tafel zuwende, sehe ich ja nicht, was hinter mir ist, ja. Ich spreche in die falsche Richtung, ich sehe überhaupt keine Reaktion des Auditoriums. Dann hat man noch den ganzen Zeitverlust mit dem Wegwischen und weggewischt ist weg, ja. Somit schreibe ich eigentlich auf leeren, weißen Zetteln, die ich aber auch immer wieder rausziehen kann. Ich kann mal wieder einen Bezug auf den vorherigen Stand nehmen. Schaut mal, hier hatten wir das motiviert, jetzt hier ist endlich die Erklärung oder so. Also das finde ich, ist irgendwo ein schöner Unterrichtsstil.
Ich mache keine PowerPoint, das wäre einfach zu langweilig, irgendwelche Formeln, Algorithmen da einfach zu projizieren. Ich wäre viel zu schnell, weil ich ja was auf der PowerPoint ist, erfasse, in einer Minute wiedergebe. Für die, die zuhören, die sehen, das ist das erste Mal, da braucht man eine intensivere Beschäftigung. Die geht daher, dass ich es eben live entwickle, aufschreibe, es wird projiziert. Die Leute müssen es durchlesen, sie müssen es abschreiben. Es geht über die Augen, durch den Kopf, durch die Hand, ja. Damit ist schon irgendwo eine Beschäftigung damit, ja. Und dann hat man auch erkannt, okay, da ist ja so ein griechischer Buchstabe, da ist jetzt ein Sigma, da ist ein Epsilon, was macht denn das Delta hier, ja. Und damit bekommt man ja die Leute schon näher an diese Themen ran.
Simon Frisch
Das finde ich gerade ganz spannend, dieser performative Aspekt, so kann man das ja nennen, performativ handwerklich, dieses Hier und Jetzt, dieses Agierende der Mathematik.
Das wäre jetzt so, also so ganz intuitiv, assoziativ auf den ersten Blick würde man nicht sagen, dass die, also hätte ich jetzt nicht als erstes erwartet, dass die Mathematik eine performativ so vollzugsorientierte, handwerksorientierte Tätigkeit in der Lehre ist.
Aber jetzt, wo du es so betonst und beschreibst, das will ich ein bisschen groß machen, das ist wirklich, dass dieses mit der Hand im Verlauf, du hast auch Auge, Kopf und so weiter gerade benannt, das hast du auch ganz bewusst, das weißt du ganz bewusst, dass das im Kern der mathematischen Lehre steht.
Tom Lahmer
Genau, ja. Auch noch aus den Erfahrungen aus dem eigenen Studium, ja. Tatsächlich, die besten Veranstaltungen waren, wo die Dozentinnen das in dem Stil gemacht haben. Das war ja die Zeit, wo PowerPoint oder Ähnliches aufkam oder einfach ein Skript zu projizieren. Da kam nichts an, das war hart. Deswegen habe ich das beibehalten. Man muss natürlich gucken, auch wenn man jetzt schaut, transkribiert, ist es ja eher passiv noch von den Gedanken, ja.
Die Kunst ist ja auch noch, die Leute mitdenken zu lassen. Also doch mal eine Pause, sowas werden jetzt der nächste Schritt, ja. Was werden die Schlussfolgerungen? Dass man das auch so ein bisschen versucht, natürlich mit der Gruppe zu erarbeiten. Es sind meist 50 bis 100 Leute im Hörsaal, ja. Da kann man natürlich nicht mit.
Simon Frisch
50 bis 100?
Tom Lahmer
Ja, nicht mit jedem interagieren, aber doch mal, klar, es muss eine gewisse Anzahl Fragen pro Stunde ins Auditorium, sonst ist es ein Monolog.
Simon Frisch
Okay, es ist auch ein bisschen Feedback hin und her. Also es gibt was Dialogisches da drin und dann spielt Zeit, Rhythmus, Takt, Timing, sowas höre ich jetzt, spielt auch eine Rolle. Also man schreibt sowas halb hin und dann regt man an, denkt mal mit und so weiter.
Und also was mir gerade einfällt, also die Verlaufsform der Mathematik wird hier sehr deutlich, dass es doch ein Vorgang ist oder, und das macht ja dann auch Sinn, Mathematik ist Denken in Prozessen.
Tom Lahmer
Exakt, ja.
Simon Frisch
Und das machen Computer ja nun auch. Das sind ja Prozessoren, die da tätig sind.
Tom Lahmer
Exakt, exakt. Da ist die Analogie, ja.
Simon Frisch
Ja, absolut.
Tom Lahmer
Ja, und wir kommen, ich sag mal, das ist irgendwo die Anfangsaufgabenstellung, das Problem, so, und wir gehen in diesen Prozess, ja, diese dann auch zur Lösung zu kommen, ja, durch irgendwo.
Und es sind dann eigentlich immer wieder die gleichen Tricks, wie man irgendwas umstellt, von der linken auf die rechte Seite bringt, mal irgendwas addiert, um es woanders abzuziehen. In Summe bleibt es gleich, ja.
Und so kommt man aber auf irgendwas, was mir halt nachher hilft, ja. Was ich in eine Software umsetzen kann, in ein Programm, ja.
Simon Frisch
Im Wesentlichen orientiert, also der Gegenstand, an dem du orientiert bist, sind Software-Systeme?
Tom Lahmer
Das ist schon mal das Ziel. Also mein Gegenstand sind eigentlich die Formeln auf dem Blatt Papier. Das Ziel ist die Software. Und ich sagte anfangs im Team, das ist, was meine Mitarbeiterinnen, Kolleginnen machen, dann auch wirklich mit den Studierenden in kleineren Gruppen in dem PC-Pult sitzen und das Ganze umzusetzen, ja, wo man dann, ja, diese Algorithmen auch implementiert, dass jeder mal einen eigenen Optimierungsalgorithmus geschrieben hat, mal eine eigene Monte-Carlo-Simulation durchgeführt hat, mal selber, ja, eine Struktur neu entworfen hat im Sinne eines Leichtbaus und so weiter, ja.
Simon Frisch
Ah ja. Was meinst du mit Leichtbau?
Tom Lahmer
Genau. Also wir haben ja da, also die Optimierung, also man kann ja sehr viel im Leben optimieren, wirtschaftlich und so weiter. So wie ich sie lese, ist es eine Strukturoptimierung, eben auch hier passend zu Weimar Bauhaus. Ja, wie kann ich etwas, was wir schon immer irgendwo bauen, anders bauen, indem ich mit weniger Materialien, weniger Ressourcen auskomme, aber die gleiche Stabilität oder Zuverlässigkeit nachweisen kann? Das sind so unsere Fragestellungen und da gibt es natürlich verschiedene Ansätze.
Entweder man kümmert sich nur so um die Berandung des Objektes und versucht, die anzupassen, oder man geht auch ins Innere, indem man sagt, okay, hier und da nehme ich Material raus, weil das fürs statische Verhalten überhaupt nicht relevant ist, ja. Das nennt man Topologieoptimierung. Da werden künstlich Löcher eingefügt. Und das ist tatsächlich auch, was bei uns an der Fakultät Kunst und Gestaltung gemacht wird, was bei den Architekten gemacht wird.
Die nutzen das und ich bringe die Studierenden dahin zu verstehen, was läuft denn da hinter mathematisch ab, ja. Da sind irgendwelche Gleichgewichtsbedingungen, da ist eine finite Elemente-Modellierung, da ist eine Optimierung mit Nebenbedingungen, so. Und deswegen kann man auch diese Gruppen schön zusammenbringen.
Da hatte ich auch letztes Jahr, hatten wir einfach mal ein gemeinsames Projekt mit Kunst und Gestaltung. Die hat natürlich viel mehr Ideen, ja, über Objekte, die man irgendwo optimieren kann, zu schöneren, neueren, leichteren Designs kommen kann, ja. Und wir haben das mit sehr ähnlichen Softwarepaketen auch behandelt, ja. Und die Studierenden, die eben bei mir waren, wissen eigentlich auch, warum es zu diesem Vorschlag kam, zu diesem neuen Design. Und die anderen können es bewerten. Die können sagen, okay, das Design kommt bestimmt an.
Simon Frisch
Sieht gut aus.
Sieht gut aus und so weiter, genau.
Tom Lahmer
Psychologisch irgendwie so, ja. Und das macht hier in Weimar definitiv Sinn.
Die nächste Frage ist natürlich auch, jetzt haben wir ein neues Design, ja, es sieht anders aus, wie können wir es fertigen? Klassische Fertigung, hm, gießen schwierig, weil vielleicht mit vielen Löchern drin müssten wir fräsen. Wirft man Material weg, also Additiv, 3D-Druck, machen ja auch ganz viele hier bei uns im Haus.
Auch spannend, verschiedenste Materialien, die Kunststoffe, Polymere. Man kann aber auch mit Beton 3D drucken, Stahl, alles Mögliche. Jede Materialklasse ist denkbar.
Jetzt ist ein 3D-gedrucktes Material aber ein anderes als ein gegossenes. Und da müssen wir auch hin. Was können eigentlich dann diese Additiv-gefertigten?
Das hat ein anderes Verhalten.
Simon Frisch
Das hat ein anderes Verhalten. Okay, verstehe.
Tom Lahmer
Es ist viel anfälliger für Ermüdung, für einen Bruch, ja. Und wenn man jetzt sagt, okay, man versucht, additiv was zu fertigen, was sicherheitsrelevant ist oder Prothesen, Orthesen, das darf nicht brechen, ja. Da muss ich natürlich sehr hohe Sicherheiten oder Anforderungen ans Material anlegen. Aber auch dafür haben wir wieder in Weimar gute Leute in der Materialforschung, in der Materialprüfung, so. Und das ist natürlich auch, wo ich mich dann gern forschungsmäßig aufhalte, wo ein bisschen natürlich auch immer wieder in die Vorlesung zurückgeht.
Simon Frisch
In der Forschung bist du in der Materialforschung unterwegs, habe ich das jetzt gerade richtig verstanden?
Tom Lahmer
Genau, genau. Also sowohl Algorithmik und diese Optimierung, aber ja, ich will nachher irgendwas bauen. Dafür muss ich mich auch mit diesem Material auseinandergesetzt haben.
Simon Frisch
Genau, verstehe. Und jetzt, um das jetzt mal so ein bisschen, wie ich das jetzt alles verstanden habe, also das erscheint mir doch sehr interdisziplinär zu sein. Da kommen sehr, sehr viele Gewerke und Wissensformen zusammen, die dann in der Mathematik beschreibbar oder abbildbar werden. Du kannst die Stabilität des Materials beschreiben, du kannst bestimmte Verhaltensweisen und also durch Wahrscheinlichkeiten beschreiben und so weiter. Und das ist das Angewandte eben daran, dass es eigentlich immer Weltbezüge irgendwie abbildet in Form von Formeln, Berechnungen oder eben auch Algorithmen, wie du gerade gesagt hast.
Wie stelle ich mir so eine Vorlesung denn vor? Also bisher sehe ich dich da an der Tafel Formeln schreiben oder projizieren und so weiter, aber du hast, also wenn ich richtig gehört habe, hast du gesagt, da habe ich so Fälle. Du bringst so Fälle rein, wo du was berechnen willst oder wie? Beschreib doch mal, wie ist so eine Vorlesung, wenn du da unterwegs bist?
Tom Lahmer
Ja, gut. Also anfangs beginnt es tatsächlich so. Jetzt muss man natürlich ein bisschen differenzieren, bei welchen Vorlesungen. Bleiben wir mal bei den Optimierungen. Die schließen wir zum Beispiel mit so einem Projekt dann ab. Und da geben wir dann wirklich vor, okay, jetzt nehmen wir uns irgendwie Objekte des Alltags vor und jetzt kommt uns mit einer optimierten Lösung dafür. Nimmt einen Standard. Wunderschön war, da hat jemand sich mal mit den Straßenlaternen Weimar beschäftigt auf einem Theaterplatz, ja. Und okay, man könnte diese Lampen ganz anders aufhängen mit einem viel kleineren Materialaufwand und irgendwie sah es auch noch schick aus, ja. Das war zum Beispiel eine ganz tolle Lösung für dieses Projekt, ja.
Und da tun sich die Studierenden in Zweier-, Dreiergruppen zusammen. Ah ja. Wir haben Neuentwürfe für, ja, die Rollen eines Bürostuhls unten, ja, da an dieser Basis oder ein Karabiner zum Klettern oder ganz, ganz verschiedene Objekte. Stühle waren mit dabei, ja.
Simon Frisch
Das seid ihr so eng an dem Produktdesign eigentlich drangewandert?
Tom Lahmer
Eigentlich sind wir da sehr nah, genau, genau. Und hat sich eher unabhängig entwickelt, bis man dann mehr mit dem Produktdesign ins Gespräch kam und merkte, boah, wir haben so die gleichen Fragestellungen hier und.
Simon Frisch
Beschreib doch mal den Prozess, wie ihr und wann ihr ins Gespräch gekommen seid und wie das miteinander verlaufen ist, weil das ist natürlich interessant, weil ich aus meiner Sicht haben wir hier, also ich bin ja als Vizepräsident von Lehren und Lernen auch immer so ein bisschen, schaue ich mir so alle die Studiengänge so insgesamt an.
Was haben wir denn hier so alles? Und ich finde doch immer wieder, dass wir hier ein ziemlich passendes Portfolio in der Grundanlage haben. Und wenn das noch stärker miteinander spricht, dann halte ich das für ein riesiges Potenzial. Deswegen interessiert mich das.
Tom Lahmer
Definitiv. Genau. Und um das zu sehen, ich glaube, es war wirklich dann auch wieder so eine Summaery, ja. Man bewegt sich hier so über den Campus und sieht, hey, die Designs, das kommt mir irgendwie bekannt vor, ja. Und dann kommt man natürlich da auch mit den Kollegen, Kolleginnen ins Gespräch, Professor Mühlenbären, Jan Willmann und so weiter. So quatscht man, oh ja, ist total euphorisch, probiert gemeinsam eine Antragsstellung für Drittmittel. Auch wenn es nicht auf Anhieb klappt, sind wir da aber immer noch getriggert, weil wir überzeugt sind, dass es Sinn ergibt.
Und wie gesagt, im letzten Jahr dann auch als Bauhaus-Modul eben einfach mal die Studierenden beider Gruppen zusammenbringen. Auch wenn es nur mal das Einladen zu einer oder zwei Veranstaltungen ist, dass man einfach mal mitkriegt, so auch diese andere Herangehensweise, ja. Die anderen sind mehr in den Werkstätten und verbal unterwegs. Wir sind vielleicht ein bisschen klassischer eben im Hörsaal unterwegs, aber es geht am Ende um eine neue Struktur, ein neues Design, etwas, was nachhaltiger ist, weil es weniger Ressourcen frisst, ja. Und das ist ja das, worüber ein Bauhaus seit Anfang an nachdenkt, ja, vielleicht unter anderen Begriffen, ja, aber.
Simon Frisch
Das ist ganz schön formuliert. Das ist was, was ich auch zunehmend gelernt habe, dass das Bauhaus eigentlich auch immer über Ressourcen nachgedacht hat, bei allem ausprobiert. Also welche Form kann was kriegen und wie ist es dann mit den Weltverhältnissen? Und Weltverhältnisse sind immer irgendwie zeiträumlich. Das heißt, Dinge haben eine Verlaufsform. Sie sind unterschiedlich stabil, könnte man sagen, und brauchen immer und verbrauchen immer irgendwie Material. Also in irgendeiner Art artikulieren sich die Sachen räumlich und sie halten dann oder sie halten halt nicht. Nichts hält ewig. Selbst Häuser fallen auseinander, auch Stahl und so weiter.
Und was hast du für Erfahrungen gemacht in diesem Bauhaus-Modul?
Tom Lahmer
Also es war erstmal sehr inspirierend, so.
Simon Frisch
Habt ihr es zu zweit gemacht? Entschuldigung, wenn ich noch mal fragen darf. Also oder zu mehreren?
Tom Lahmer
Also ja, das Problem am Ende war, weniger Zeit da, um alle Ideen zu realisieren. Ich denke, das war ein erster Versuch und.
Simon Frisch
Das ist doch gut, aber das müssen wir alle wissen, auch Sachen, die.
Tom Lahmer
Das ist weiter auszubauen.
Simon Frisch
Ausgezeichnet. Man hat es aber probiert. Das ist doch toll, ja.
Tom Lahmer
Genau, ja.
Simon Frisch
Und ihr wart mehrere Lehrpersonen aus den verschiedenen Bereichen oder wie habt ihr es organisiert?
Tom Lahmer
Da waren mehrheitlich Kollege Mühlenbärend und ich und.
Simon Frisch
Genau, na ja, wir sind schon zwei. Wir sind aber schon mehr als. Und dann habt ihr gesagt, so, wir machen das jetzt. Wie war deine Erfahrung in diesem Co-Teaching? Das ist ja für uns alle interessant.
Tom Lahmer
Ja, also es war definitiv gut, diese zwei Sessions, die wir da gemeinsam hatten. Und ich denke, es hat einfach den Studierenden noch mal die Perspektive geöffnet, ja. Ich denke, es war einfach ein Motivationsding für beide Seiten.
Simon Frisch
Ah ja, spannend.
Tom Lahmer
Und nicht nur, wir sind nur in unserer Disziplin und denken drüber nach. Nein, auch andere denken drüber nach. Wir haben anderen Zugang.
Simon Frisch
Und wir haben aneinander.
Tom Lahmer
Das Ziel ist das Gleiche.
Simon Frisch
Das ist spannend insofern, als du jetzt hier am Gespräch schon gleich sehr interdisziplinär mir deine ganze Mathematik, deine angewandte Mathematik und so weiter erläuterst und darlegst und so weiter und so weiter. Und jetzt finde ich interessant, dass man möglicherweise, wenn man anfängt zu studieren, noch gar nicht dran denkt, dass diese Mathematik, die man da anfängt zu studieren, mit der ganzen Welt zu tun hat.
Tom Lahmer
Genau, genau, ja. Das fehlt natürlich. Und ja, überall machen wir die Grundlagen erstmal und die beginnen wirklich nur mit dieser Formel, wie löse ich ein Gleichungssystem und so weiter oder wie differenziere ich eine Funktion. Das kommt häufig zu spät, oft dann auch erst im Masterstudium wirklich, wo geht es denn hin, wo nutzen wir das, ja. Und da denke ich schon, die Aufgabe an uns Dozentinnen, so früh wie möglich diesen Praxisbezug, hey, das, was jetzt hier irgendwo steht, hergeleitet wurde, mal dort und dort wird es angewandt, ja. Auch diese Bezüge versuche ich ständig mit reinzubeziehen. Auch in der Wahrscheinlichkeits- oder ich meine so ein Risk Assessment, Risikoanalysen oder Methodenrisikoeinschätzung, ja, muss man natürlich mit Beispielen kommen, wo irgendwas mal nicht gehalten hat, wo irgendwas kollabiert und so weiter, ist auch die entsprechenden Schäden, ja.
Und das Risiko ist ja immer, wie wahrscheinlich ist etwas, was eintritt und was kostet es, ja. So, die Lampe ist sehr wahrscheinlich, dass sie mal kaputt geht. Die Kosten sind gering, also auch ein geringes Risiko, ja. Auf der anderen Seite das Kernkraftwerk, sehr unwahrscheinlich, dass was passiert. Wenn was passiert, katastrophal, ja. Alle anderen Bauwerke irgendwo oder technischen Systeme rangieren sich dazwischen ein, ja. Und da muss man natürlich mit vielen immer mal Beispielen aus der Praxis arbeiten, ja, um die Methoden, die ich jetzt auch für so eine, ja, Risikobewertung brauche, Zuverlässigkeitsbewertung, ja, zu motivieren.
Simon Frisch
Das ist sehr spannend, auch vor allem die Formulierung, so früh wie möglich. Ja, da drängt sich die Nachfrage auf, ob es eben nicht grundsätzlich immer möglich ist. Ab wann ist es denn möglich? Also mir würde es einleuchtend zu sagen, dass man nicht sofort die Fallbeispiele hat, sondern auch sich ein bisschen aufhält in der, in der Musik, würde man sagen, in der Etüde. Man geht nicht gleich in die.
Tom Lahmer
Genau, nicht gleich, genau. Ja, ach, man darf eigentlich schon direkt zu Beginn mal mit so einem Schocker irgendwie kommen, so, Leute, das wollen wir vermeiden, ja. Es ist nicht trivial, das zu vermeiden. Wir müssen jetzt schon irgendwo hier investieren. Wir müssen gucken, dass wir solche Situationen gut einschätzen können. Können wir sie gut einschätzen? Können wir oder Sie vielleicht als planende Ingenieurinnen dann auch das irgendwo einschätzen? Was muss man besser machen? Muss man solider bauen? Wie auch immer, ja. Vielleicht früher mal ein Bauwerk sperren, weil, ja, jetzt hatten wir die Carola-Brücke. Jeder wusste, irgendwas stimmt nicht ganz mit dieser Brücke in Dresden. Ja, wir stellen sie immer auf die Liste der zu sanierenden Gebäude. Jetzt ist sie doch kollabiert, ja. Wahnsinn. Glücklicherweise ist keinem was passiert, ja. Aber es ist eine Brücke in Deutschland kollabiert und da sind so viele andere Brücken ähnlicher Bauart, ähnlichen Alters, die wir einfach nutzen, ja. Und da müssen wir uns ja auch sensibilisieren, dass es nicht selbstverständlich ist, dass jedes dieser Bauwerke standhält, ja. Und ja.
Simon Frisch
Das ist spannend, wo du jetzt Brückenbau bringst. Da hat mir Guido Morgenthal erzählt, dass es beim Brückenbau, wir hatten es, glaube ich, vorhin kurz angerissen, im Design und in der Stabilität so eine, da muss man beides berücksichtigen als Konstrukteur, als Konstrukteurin, weil eine Brücke, die aussieht, als würde sie durchhängen, die können dieselbe Stabilität haben.
Das macht es für die Stabilität grundsätzlich nichts aus, aber die Leute akzeptieren sie doch, wenn sie eher so eine Wölbung, also eine gewölbte Spannung hat, dann hält man sie für stabil.
Und wir haben vorhin über Design, das akzeptiert wird, gesprochen. Da bewegst du dich auch oder spielt das in der Angewandtheit? Ich wüsste jetzt gar nicht, wie du.
Tom Lahmer
Da mehr oder weniger. Das sind jetzt, sage ich mal, das ist auch schwer zu quantifizieren oder so. Ja, das ist tatsächlich, wo man andere Disziplinen braucht. Vielleicht die Psyche des Nutzers, das ist schwierig.
Ich habe mal, als wir das Bauhaus 100 hatten, versucht, so ein bisschen mal Ideen in die Richtung zu bringen, ob denn Design, Ästhetik quantifizierbar ist. Ich habe gemerkt, dass auch ein Riesenfeld ist, sich natürlich auch schon ganz viele Leute vorher da Gedanken gemacht haben, dass viele das erstmal ablehnen und sagen, nein, das geht gar nicht. Aber so ein bisschen schon.
Also ich kann ja die zwei Extreme nehmen, irgendwo ein Bauhaus und ein Jugendstil. Und da sehe ich einfach, im Jugendstil, da ist alles in sich verspielt und gekrümmt und so weiter. Sowas kann ich schon quantifizieren, ja. Und beim Bauhaus alles gerade irgendwo einfach in geometrischen Objekten entworfen. Und da kann man sagen, okay, ich hätte gerne lieber das eine oder das andere, jetzt meine Designoptimierung, und versuche dann noch so einen ästhetischen Constraint damit oder als zweite Zielfunktion mit reinzubringen. Also ja, wenn man mal so richtig viel Zeit hätte, wäre das noch ein sehr schönes Forschungsobjekt gewesen.
Simon Frisch
Ja, das gibt es schon lang, diese Idee, Mathematik und Kunst miteinander in Verbindung zu bringen. Oder es ist also nicht nur, es ist nicht nur eine Idee, sondern es wird ja auch immer wieder mal gemacht, auch in die andere Richtung, dass einfache Rechnungen die schöneren sind und deswegen die richtigeren und so weiter. Da habe ich doch das eine oder andere, das gibt es da schon dazu.
Mir drängt sich jetzt gerade eine Frage auf, da ja jetzt gerade also so viele Maschinen rechnen lernen oder eigentlich schon lange können. Was müssen Leute eigentlich noch in der Mathematik selber können? Wie siehst du das?
Tom Lahmer
Eigentlich weiter in das Kreative. Die Maschinen können lernen, aber sie können ja auch nur mit dem Bestehenden lernen und das irgendwie wiedergeben. Und mit etwas Glück stimmt es und so häufig stimmt es ja auch gar nicht. Also wenn man sich mal von einer KI zum Beispiel ein Gesellschaftsspiel erklären lässt, Skat oder so, wird man merken, wie schlecht das ist, ja. Das muss man auch mal sagen, ja. Das ist wirklich, und dann genießt man das auch mit Vorsicht, ja. Deswegen dieses Kreative, dieses einen Schritt weiterdenken.
Also die KI, die können interpolieren. Zwischen dem, was bekannt ist, können sie Brücken schlagen, aber sie können nicht nach vorne extrapolieren, einen Schritt weiterdenken oder noch nicht oder nicht zufriedenstellend. Oder da kommt viel Zufälliges rein, dieses Halluzinieren. So, und das ist, was der Mensch, der Denkende, auch der Mathematiker, eben nicht tun, ja. Ich schreibe nur die nächste Zeile auf, wo ich wirklich weiß, die stimmt.
Simon Frisch
Das finde ich, das diskutieren wir in den Geisteswissenschaften auch sehr viel, wo wir ja jetzt so richtig empört sind, dass Maschinen jetzt auch selber Texte schreiben. Da seid ihr in der Mathematik schon ein bisschen weiter. Also Taschenrechner haben schon Rechnungen ausgerechnet. Da brauchte man den Mensch längst nicht mehr. Und dann habt ihr euch da verabschiedet. Meine Frage geht ein bisschen in diese Richtung. Und trotzdem, und ich kann mir auch vorstellen, dass es trotzdem noch notwendig ist, dass man irgendwie selber rechnen kann. Aber du weißt es vielleicht sogar besser, was für eine Fähigkeit das eigentlich ist, dieses trotzdem noch 2 plus 4 zusammenzuzählen, dass man das irgendwie immer noch selber kann. Aber warum?
Tom LahmerDas ist einfach das Handwerk. Es lässt einen souverän sein. Man sitzt auch mal in irgendeiner Diskussion und so weiter. Da sind so ein paar Zahlen. Also da muss man ja irgendwo auch mal irgendwie so ein bisschen mitdenken, mitrechnen und abschätzen können, oh, sind das jetzt 10 Prozent, sind das 20, ja, wenn irgendwo gespart werden muss und so weiter.
Denkt man an die Politik, da will jemand Kosten von irgendwas über 100, 1000 Prozent einsparen. Was sind 1000 Prozent? Also ja, also auch, um sich solche Blamagen im realen Leben, ja, zu vermeiden. Das ist spannend.
Simon Frisch
Also die Bewegungsfähigkeit ist da irgendwie. Man lernt, sich in Zahlen zu bewegen und so weiter. Das heißt, es geht nicht nur darum, Ergebnisse zu erzielen, sondern angewandte Mathematik bewegt sich mit den Zahlen.
Tom Lahmer Bewegt sich auch mit den Zahlen, ganz genau, ja. Und man darf ja auch durchaus wissen, es ist nicht alles deterministisch. Sachen streuen, weichen ab vom Mittelwert, dass das auch alles normal ist, ja. Man darf auch mal stärker vom Mittelwert abweichen. Aber irgendwann ist es ja so unwahrscheinlich, dass man doch wirklich mal nachfragen muss, kann denn das noch richtig sein, ja. Und dieses Denken, das ist was, was man eigentlich nur kriegt, wenn man auch mal die Sachen selber ausgerechnet hat, ja, meinen Mittelwert, meine Varianz berechnet hat von irgendwas, was streuend ist.
Simon Frisch
Ja, das ist spannend. Also jetzt sind wir so fast bei so einem Weltverhältnis angekommen.Und im Vorgespräch haben wir kurz darauf Bezug genommen, dass es dieses schöne Projekt an der Summaery mal gab mit so Gesprächen. People of Weimar hieß das, wenn wir uns richtig erinnert haben.
Und da hättest du einen Zusammenhang, Umgang mit Menschen, also es geht ja dann um menschliche Beziehungen und Wahrscheinlichkeitsrechnung und Zufall festgestellt in dem Gespräch. Und darüber würde ich gerne noch ein bisschen mehr wissen jetzt.
Tom Lahmer
Genau, genau. Es ist einfach so die Frage, wie interpretiere ich, ja, meine Umgebung? Sage ich, die ist deterministisch, quasi die gibt es nur in der einen Lösung oder Ausprägung? Oder akzeptiere ich das Streuende, das Zufällige? Und gerade auch im Umgang mit Menschen, wenn wir akzeptieren, dass wir streuen, ganz natürlich, ja, es gibt vielleicht irgendwo einen Mittelwert, aber die Leute dürfen auch rechts und links davon sein in allen ihren Merkmalen, ja, Größe, Alter, Weltanschauung, alles, was wir eigentlich unter dem Begriff der Diversity formulieren, ja. Und das gehört alles zum Menschsein dazu.
Irgendwo war letztens mal ein Bild, wo die größte Frau der Welt die kleinste in den Arm genommen hat, ja. Das sind so die zwei Extrema dieser Verteilung irgendwo, ja. Und aber alles dazwischen, es ist da, es ist zu akzeptieren, damit leben oder rechne ich, ja.
Und auch mein, wahrscheinlich meine Zuhörerschaft ist diverser als in manchen anderen Kursen. Es sind einfach Studierende aus allen Ländern der Welt. Und es ist ja eigentlich ein Geschenk. Es ist ja ganz toll. Andere fahren weg, um irgendwo andere Kulturen, Sitten und Orte kennenzulernen. Hier kommen sie zu uns, ja. Sind dazu hochgradig motiviert. Und viele bleiben, gehen dann irgendwo in die Forschung oder in die Industrie hier und unterstützen unseren Standort, ja.
Simon Frisch
Jetzt rede ich hier mit einem Mathematiker, der sagt, dass die Diversität, die Streuung, die Verteilung, der Zufall, das Verschiedene totale Normalität ist und nicht das Exakte, das Berechenbare, das Bestimmbare und so weiter. Habe ich dich da richtig verstanden?
Tom Lahmer
Das ist ziemlich richtig, genau. Und also klar, wir lernen erstmal in der Theorie dieses Deterministische, das Exakte. Und das ist mein Eingangsparameter, das ist mein Modell und das ist die Antwort. Nur eine Zahl, Punkt, ja.
Je länger man sich beschäftigt, weiß man schon, okay, da wurden ganz schön viele Annahmen getroffen. Ah, dieser Eingangsparameter, der kann so sein. Der kann aber auch so sein. Und fertige ich mein Material nochmal anders, ist es wieder so, ja.
Also da kommt was Streuendes rein. Das Modell, der funktionale Zusammenhang, mag so bleiben, aber das, was hinten rauskommt, ist auch wieder was Streuendes, was andere Werte hat.
Und ja, da gucke ich natürlich erstmal, was ist am wahrscheinlichsten, was ist mein Erwartungswert? Gucke ich noch ein bisschen, wie stark streut es denn? Und wenn es nur gering streut, dann bin ich natürlich, jetzt sage ich mal, aus der Ingenieurssicht zufrieden, weil dann kann ich ja doch ganz gut planen.
Wenn das sehr stark streut, sehr stark vom Mittelwert abweicht, ja, dann muss ich mich kümmern. Muss ich erstmal gucken, warum weicht denn das so stark ab? Welcher von den Eingangsparametern ist denn der, der so viel Unschärfe hier reinbringt? Und wenn ich den identifizieren kann, dann weiß ich, okay, an dem muss ich jetzt weiterarbeiten.
Simon Frisch
Was wäre das zum Beispiel jetzt für eine Forschung?
Tom Lahmer
Das wäre dann Forschung zum Beispiel. Also dann wird es, wenn es zum Beispiel um Materialkennwert geht, dann muss ich dieses Material intensiver betesten und so weiter, dass ich sage, okay, die Materialeigenschaften kann ich doch exakter fassen, als ich es bislang konnte, ja.
Simon Frisch
Ich verstehe. Es gibt eine Materialeigenschaft, die plötzlich Streuung produziert. Und du fragst dich, warum kommt das jetzt nicht raus? Und plötzlich identifizierst du es und dann sagst du, hier an dieser Glasfaser, da hängt irgendwas. Ich muss jetzt mal Glasfasern erforschen.
Tom Lahmer
Ich glaube, ja. Aber ich glaube, also ein vorstellbarer ist einfach Holz, ja. Holz ist ein ganz toller Baustoff. Aber jeder, der schon mal ein Holz geschnitzt hat, weiß, wie unterschiedlich es hinter der Rinde aussieht.
Simon Frisch
Holz selber ist schon in sich.
Tom Lahmer
Holz selber ist ja auch in sich streuend, sogar in einem Holzblock selber, ja. Auch der Beton, Kies muss ja irgendwie mit dem Zement abbinden. Wenn die Mischung nicht stimmte, ist da irgendwo, ist halt mal besser, mal weniger gebunden. Auch das ist ein heterogener, wir sprechen von heterogenen Werkstoffen. Bei Stahl kommt es auf die Legierung an. Also das, was das Stahlwerk heute liefert, ist vielleicht nicht das, was es morgen liefert.
Simon Frisch
Ah ja. Du bist also quasi immer in der Entwicklung. Deswegen brauchst du in der Lehre die ganze Zeit auch die Forschung.
Tom Lahmer
Genau, genau, ja.
Simon Frisch
Und jetzt habe ich vorhin schon gefragt mit der Materialforschung, aber bist du viel in der Materialforschung unterwegs? Nein, du hast ja gesagt, dass du viel in Optimierungsprozessen bist.
Tom Lahmer Genau. Also als Dozent bin ich hauptsächlich in der Optimierung, in der Wahrscheinlichkeitsrechnung, dem Risiko-Assessment. In der Forschung schon. Ich bin ja auch hälftig außerhalb der Bauhaus-Uni in der Materialforschungs- und Prüfanstalt. Das ist ja mein zweites Standbein. Ich bin ja nur, ich sage mal, Teilzeitprof hier und die andere Hälfte ist in der MFPA.
Und die ist ja wirklich da für Materialforschung. Und dort habe ich auch meine Abteilung und in der kümmern wir uns gerade um Materialeigenschaften, sehr viel im Bereich der additiv gefertigten Produkte. Und ja, wie man die weiterentwickeln kann.
Wir werden zum Beispiel in Deutschland keine Schwerindustrie mehr haben für irgendwo Stahl oder Ähnliches. Das wird wahrscheinlich von Kosten nicht mehr klappen. Man kann aber viel sagen, okay, dafür übernehmen wir alle Spezialbauteile, alles, was filigran ist, was irgendwo komplexe Geometrien hat, additiv gefertigt. Aber jetzt müssen wir wirklich da in die Materialqualitäten gehen, wie wir es eigentlich kennen. Und da gibt es noch nachgeordnete Prozesse, Härten und so weiter. Das ist da, wo wir forschungsmäßig aktiv sind.
Simon Frisch
Da ist man eigentlich auch an der Entwicklung von neuen Materialien, wahrscheinlich?
Tom Lahmer
Auch neue, auch hybride, verbundene. So faserverstärkte Kunststoffe können enorm viel tragen, vergleichbar mit dem Aluminium, noch leichter eigentlich.
Simon Frisch
Ah ja, ja. Da haben wir in der Bauhaus-Universität auch eine gewisse Tradition aus unseren Vorgängerinstitutionen. Da sind wir im Beton besonders stark. Ist das richtig? Wie siehst du uns da als Bauhaus-Universität entwickeln?
Tom Lahmer
Definitiv. Also das ist ja dann, also generell am Standort Weimar, aber also jetzt an der Bauhaus-Uni im Fingerinstitut für Baustoffkunde, die sind sehr, sehr angesehen. Das ist eine Top-Forschung und völlig in die richtige Richtung.
Der Beton ist weiterhin noch ein stark CO2-emittierender Prozess der Herstellung vom Zement, aber auch dann dem ganzen Prozess, ja, da zu Alternativen zu kommen, die CO2-neutral, im besten Fall CO2-bindend wären, ja. Und von den Volumina ist es ja einfach auch gigantisch, ja, wenn man sich diese ganzen Hochhäuser anschaut, die da weltweit in den Ballungsgebieten gebaut werden, ja. Das sind ja enorme Ressourcenverschwender oder also Verschwendung dort, ja. Dort Ansätze zu haben, auch wenn es nur ein paar Prozent sind, multipliziert mit den großen Volumina, ist es ein Riesenimpact, ja. Und deswegen, nein, da sind wir sehr stark aufgestellt und entwickeln die Bereiche.
Jetzt ist ja am Montag letzter Woche das Bundesbauforschungszentrum unterschrieben worden, was hier eine spezielle Förderung, also in drei Bundesländern, Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg, bedeutet. Und für Thüringen sind wir also Standort Weimar, die Bauhaus-Uni, zusammen mit der MFPA und dem IAB, dem Institut für Angewandte Baustoffforschung. Die haben sich ja vorher schon als Allianz perfekt zusammengeschlossen, sodass wir ein gewisses Volumen hatten, auch so die Politik überzeugen konnten, ja. Und es wird ein Forschungszentrum in Richtung nachhaltiges Bauen.
Simon Frisch
Das ist ja das Interessante daran, dass man ja denken könnte, dadurch, dass wir so eine Betonspezialität haben, dass wir möglicherweise einen Baustoff haben, der keine Zukunft hat, weil wir einfach in Hinsicht auf Nachhaltigkeit, CO2-Emissionen und so weiter da was ändern müssen, aber gleichzeitig eben die, es ist einfach ein, es ist der Baustoff der Gegenwart nach wie vor. Das kann man wahrscheinlich nicht.
Tom Lahmer
Man kann nicht alles mit nachwachsenden, nicht komplett ersetzen. Man kann hier und da sie nutzen, vielleicht, ja.
Simon Frisch
Und die Expertise dann hier ist genau da einsetzbar, dass man sagt, wir haben so viel Erfahrung mit Beton, jetzt können wir hier weiterentwickeln. Ist da Weimar einzigartig auf eine bestimmte Art und Weise, dass man sagt, hier haben wir ein Profil, das gibt es so nicht nochmal?
Tom Lahmer
Also das ist jetzt ein bisschen fies geworden, weil es jetzt die Frage ist, die die Arbeit der Kollegen betrifft. Also da gibt es bestimmt vieles, wo wir führend oder auch einzigartig sind. Ich würde es, ich würde mich jetzt nicht aus dem Fenster lehnen, es genau zu beschreiben, ja.
Simon Frisch
Auch nicht, wenn das Fenster aus Beton gebaut ist, weil dann müsste es ja halt.
Tom Lahmer
Genau.
Simon Frisch
Was mich noch interessiert, will ich doch auf den kleinen Moment kommen, Vater von Kindern. Wie alt sind die etwa?
Tom Lahmer Die sind 12 und 15.
Simon Frisch
12 und 15. Das heißt, sie werden eines Tages, aber noch ein bisschen hin an der Universität möglicherweise. Vielleicht auch nicht. Also jeder hat einen anderen Lebensweg. Unsere Tochter hat jetzt gerade entschieden, sie will in die Ausbildung gehen und so weiter, was wunderbar ist. Aber wenn sie denn an die Universität gehen würden, will ich jetzt noch die Frage nach der Zukunft der Universität nämlich stellen. Was für eine Universität würdest du dir wünschen?
Tom Lahmer
Weiterhin sehr flexible Lernorte brauchen wir. Klar, die Innovation ist hier, die Leute müssen begeistert werden für die Fächer. Ja, pro Fach ist ein gewisses Handwerk zu lernen einfach. Und da können die Schulen schon viel leisten, aber nicht das Niveau. Das muss dann einfach weiterhin auf dem universitären, akademischen Niveau gelehrt werden.
Der Praxisbezug darf vielleicht noch größer sein oder viel mehr Interaktion schon mit der Wirtschaft oder mit der Medizin oder da, wohin die Reise geht und oder wenn es ein pädagogischer Beruf wird mit Schülerinnen, mit der Zielgruppe. Das kommt ja häufig oder aktuell immer noch zu kurz, zu spät in der akademischen Lehre. Man ist seinen Bachelor hier, seinen Master hier und dann schreibt man die erste Bewerbung und ist dann erstmal in seiner Branche, ja. Das ist, da denke ich, haben wir als Bauhaus-Uni, aber auch alle Universitäten in Deutschland noch Entwicklungsbedarfe.
Simon Frisch
Wir haben Entwicklungsbedarf. Was meinst du mit flexible Lernorte? Da wollte ich nochmal nachfragen.
Tom Lahmer
Ach so, sagte ich Lernorte?
Simon Frisch
Oder so was.
Tom Lahmer Also oder Arten des Lernens. Ich glaube, der Mix macht es nachher. Also vieles, auch was ich mache, ja.
Doch der Frontalunterricht, das ist auch gut fürs Handwerkszeug und so weiter. Aber auch einiges über Projekte zu machen, ist sinnvoll. Auch in sehr heterogenen Teams, das ist sinnvoll.
Es muss auch nicht alles vor Ort sein. Man kann auch remote. Man kann sich auch mit anderen Top-Hochschulen zusammenschließen und remote Teams zusammenstellen, wo drei, vier Leute auf verschiedenen Kontinenten sitzen. Das würde gleich vielen irgendwie noch diese Skills geben, die man ja dann auch in einem dynamischen Arbeitsumfeld braucht.
Simon Frisch
Dann Praxis, also Erfahrung spielt eine große Rolle. Wenn ich sage, Praxis, wenn ich das als Erfahrung mal ausdrücken darf, also Erfahrung in verschiedenen Bereichen, Lernen ist irgendwie doch irgendwie was, was mit Erfahrung zu tun hat, Interaktion, solche Dinge.
Das Handwerk hast du betont und du hast was Schönes gesagt, was ich zumindest habe ich gehört, Begeisterung für die Fächer müssen Universitäten vermitteln. Ich höre da schon so, dass die Person, die Lehrperson, die spielt nach wie vor irgendwie eine große Rolle.
Tom Lahmer Absolut, absolut. Und deswegen brauchen wir auch Präsenzunterricht und das geht nicht alles online und remote oder nur aus Büchern. Im Buch steht das Faktenwissen, aber keiner geht ja in eine Bibliothek und nimmt sich ein Buch zu einem Titel, den er noch nie gehört hat, ja. Dafür muss das im Curriculum vorgeschrieben sein und dann muss vorne jemand für etwas motivieren, begeistern, was man tatsächlich noch nie vor in seinem Leben hatte, ja.
Simon Frisch
Das finde ich total toll gerade.
Tom Lahmer
Und das ist das, was wir eigentlich oder wo sich vielleicht auch Leute in zehn Jahren erinnern, wenn ich an meine Formel, aber vielleicht, wofür sie da ist, ja, oder warum ich, ja. Und das ist, was ich auch den Leuten immer sage, warum ihr hierherkommt, für die Motivation. Ich meine, wir zeichnen das Ding auf, das liegt in Moodle und das ist, es gibt auch Bücher dazu, aber.
Simon Frisch
Das reicht nicht.
Tom Lahmer
Das reicht einfach nicht.
Simon Frisch
Wie ist es bei dir? Erinnerst du dich an Lehrpersonen, die dich besonders geprägt haben?
Tom Lahmer
Definitiv. Das sind, ja.
Simon Frisch
Ja, so ist das einfach.
Tom Lahmer
Genau. Das sind drei, vier Leute und wahrscheinlich auch, wahrscheinlich unbewusst versucht man denen auch bis zu einem gewissen Stück immer nachzueifern, ja. Das bleibt so.
Simon Frisch
Man geht in Beziehungen. Ich glaube, das nehme ich auch. Ich entsinne mich, dass ich manchmal Sachen gelesen habe und rausgesucht habe und habe mich schon gefreut, wenn ich nächste Woche das anbringen kann, weil ich die Person so mochte. Ich wollte irgendwie, das hat mir Spaß gemacht, da in Interaktion zu sein.
Es ist irgendwie, Lehre ist auch immer ein Beziehungssystem, sonst könnten wir eigentlich alle autodidaktisch vor uns hin studieren und irgendwas stimmt da nicht. Die Motivation, die Begeisterung, die zieht uns da an und das sind immer Menschen.
Tom Lahmer
Ja, genau. Und somit müssen wir als Dozenten, Dozentinnen auch wirklich mit Leidenschaft herangehen. Wir müssen auch die Muse finden. Lehre darf jetzt nicht noch das nötige To-Do on top sein, wo man eh schon gar nicht, ja. Also da braucht man auch die Luft, ja. Man muss vorher einmal durchatmen und dann geht man in den Hörsaal, ja.
Simon Frisch
Ja, sehr schön. Entwicklungsbedarfe, da reicht uns die Zeit jetzt natürlich nicht, das auszuformulieren. Aber fallen dir noch zwei, drei Sachen ein, da wo du sagst, ja, da gibt es noch Luft, da gibt es noch Entwicklungsbedarfe? Das hast du vorhin kurz anklingen lassen in Richtung, die Universität könnte noch Punkt, Punkt, Punkt.
Tom Lahmer
Also ich denke, dass wir in vielem ja eigentlich gut aufgestellt sind. Gegebenenfalls noch mehr das Interdisziplinäre. Wir haben ja einen wunderbar laufenden interdisziplinären Studiengang, das Digital Engineering zwischen der Fakultät Bau und Umwelt sowie Medien. Und der ist wirklich gut, ja. Und die Leute kriegen, ich sage mal, the best of two worlds irgendwo mit, ja.
Also vielleicht ist es wirklich, wo wir auch weiter darüber nachdenken sollten, so wie wir eben aufgestellt sind. Und da kann man sich ja viele Paarungen zwischen Fächern unserer vier Fakultäten noch vorstellen. Vielleicht alles mehr eine Frage für einen Master, weil wir im Bachelor schon doch sehr disziplinär gut und solide die Grundlagen legen müssen.
Masterstudiengänge würde ich persönlich flexibler auslegen, als wir es teilweise haben. Viel mehr noch im Bereich Wahl den Studierenden ermöglichen aus einem Pool. Best Case den Pool aller Veranstaltungen dieser Hochschule. Weil ich den Leuten, ich sage mal, dann schon wirklich zutraue, dass sie eigenverantwortlich sich die Sachen zusammenstellen, ja, wo sie denken, dass sie die brauchen, ja.
Wir haben natürlich auch klare Vorstellungen, was bei einer disziplinären und wenn du den und den Titel haben willst, brauchst du die und die Fächer, ja. Das ist was, weil wir auch so sozialisiert und geprägt wurden. Aber natürlich gibt es auch ganz neue Aufgaben und da brauchst du gar nicht so viel von dem einfach, aber du brauchst auch noch ein bisschen noch was von jenem. Und wenn du dir da noch einen Skill abholst, dann bist du doch gut aufgestellt. Und sehr wahrscheinlich, je breiter wir die Leute aufstellen, desto entspannter können die durch ihren Berufsalltagweg gehen, wenn sich da mal was verändert, wenn mal was wegbricht. Hey, du hast ja noch deine zweite Qualifikation und ein zweites Standbein und ein drittes, Plan B, Plan C, ja, irgendwo in die Richtung.
Simon Frisch
Ausgezeichnet. Plan B hieß ja der schöne Titel, den ihr vor zwei Jahren. Genau, von der Summaery vor zwei Jahren, als ihr die Summary ausgerichtet hattet. Lieber Tom, das ist ein schönes Schlusswort. Ich danke dir für das schöne Gespräch.
Tom Lahmer
Sehr gerne. Hat Spaß gemacht.
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